Un­ter­halts­voll­stre­ckung & Ar­beits­lo­sen­geld II

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Wie ich hier be­reits aus­ge­führt ha­be, hat der BGH An­fang 2020 ent­schie­den, dass ALG II bei ei­ner er­wei­ter­ten Pfän­dung von Ar­beits­ein­kom­men nach § 850d ZPO den Pfän­dungs­frei­be­trags min­dert, so­fern und so­weit bei ei­ner der­ar­ti­gen Be­rück­sich­ti­gung das so­zi­al­hil­fe­recht­li­che Exis­tenz­mi­ni­mum des Schuld­ners ge­si­chert bleibt (BGH, Be­schluss vom 15.01.2020, Az. VII ZB 5/19). In der Pra­xis taucht seit­her die Fra­ge auf, wie die­se Min­de­rung um­zu­set­zen ist. Ich stel­le da­her zwei Be­rech­nungs­va­ri­an­ten vor und zei­ge, ob ih­nen zu fol­gen ist.

Da­zu soll das fol­gen­de Bei­spiel die­nen: Der Schuld­ner be­zieht ein mo­nat­li­chen Net­to­ar­beits­ein­kom­men von 350,00 € und ALG II von 650,00 € mo­nat­lich (das ihm in die­ser Hö­he auch aus­ge­zahlt wird). Sei­ne tat­säch­li­chen Kos­ten der Un­ter­kunft und Hei­zung sind be­kannt und be­tra­gen 250,00 € mo­nat­lich. In dem ers­ten Ar­ti­kel zu die­sem The­ma ha­be ich die­se Be­rech­nungs­va­ri­an­te gewählt:

Zu­nächst wird der vor­läu­fi­ge ei­ge­ne not­wen­di­ge Un­ter­halt des Schuld­ners be­rech­net. Da­zu ge­hö­ren der Re­gel­be­darf von 449,00 €, man­gels an­de­rer Kennt­nis­se ein pau­scha­ler Er­werbs­tä­tig­keits­zu­schlag von 105,00 € (be­rech­net mit 30% des Ar­beits­ein­kom­mens, vgl. § 82 Abs. 3 S. 1 SGB XII) und die tat­säch­li­chen Kos­ten der Un­ter­kunft und Hei­zung von 250,00 € (vgl.

von Martin Benner

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