Zwangs­geld­voll­stre­ckung nach Zweckerreichung?

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Der Schuld­ner hat ei­ne ver­tret­ba­re oder un­ver­tret­ba­re Hand­lung zu er­fül­len, z. B. im Be­reich des Um­welt- oder Bau­rechts. Da er dem nicht nach­kommt, setzt das zu­stän­di­ge Fach­amt ein Zwangs­geld fest, das die Voll­stre­ckungs­be­hör­de bei­trei­ben soll. Ei­ni­ge Zeit spä­ter kommt der Schuld­ner sei­ner Hand­lungs­pflicht nach. Wel­che Fol­ge hat das für die Bei­trei­bung des Zwangs­gel­des? Darf sie fort­ge­setzt werden?

Ein Zwangs­geld ist kei­ne Be­stra­fung oder Sank­tio­nie­rung, es ist ein rei­nes Beu­g­e­mit­tel. Sei­ne Zwangs­voll­stre­ckung ist des­halb ein­zu­stel­len, wenn sein Zweck er­reicht ist (sie­he z. B. § 2a Abs. 1 Nr. 1 SächsVwVG). Das ist bei der Hand­lungs­voll­stre­ckung der Fall, wenn der Wil­le des Schuld­ners er­folg­reich ge­beugt wur­de und er die Hand­lung vor­ge­nom­men hat, zwi­schen­zeit­lich ei­ne Er­satz­vor­nah­me er­folgt ist oder na­tür­li­che Ab­läu­fe die Hand­lung nun­mehr ent­behr­lich machen.

Die Zwangs­geld­fest­set­zung ist in die­sen Fäl­len ge­gen­stands­los ge­wor­den, d. h. die Ver­pflich­tung zur Zah­lung ist schlicht weg­ge­fal­len. Es be­darf we­der ei­ner Nie­der­schla­gung noch ei­ner förm­li­chen Auf­he­bung des Fest­set­zungs­be­schlus­ses. Auf letz­ter hat der Schuld­ner im Üb­ri­gen auch kei­nen An­spruch (OVG Baut­zen, Be­schluss vom 16.09.2009, Az. 

von Martin Benner

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