In der Pra­xis tauch­te kürz­lich der fol­gen­de Sach­ver­halt auf: Der Schuld­ner ei­ner pri­vat-recht­li­chen Geld­for­de­rung hat­te und hat sei­nen Wohn­sitz aus­schließ­lich im Aus­land. Der Gläu­bi­ger konn­te je­doch ei­nen Ar­beit­ge­ber mit Sitz in Deutsch­land er­mit­teln, bei dem der Schuld­ner be­schäf­tigt ist. Da­her soll das Ar­beits­ein­kom­men ge­pfän­det wer­den. Doch wel­ches Voll­stre­ckungs­ge­richt ist für den Er­lass des Pfän­dungs- und Über­wei­sungs­be­schlus­ses ört­lich zu­stän­dig?

Der ers­te Teil der Ant­wort ver­birgt sich in § 828 Abs. 2 ZPO. Dort heißt es: “Als Voll­stre­ckungs­ge­richt ist das Amts­ge­richt, bei dem der Schuld­ner im In­land sei­nen all­ge­mei­nen Ge­richts­stand hat, und sonst das Amts­ge­richt zu­stän­dig, bei dem nach § 23 ge­gen den Schuld­ner Kla­ge er­ho­ben wer­den kann.” Den zwei­ten Ant­wort­teil lie­fert § 23 ZPO: “Für Kla­gen we­gen ver­mö­gens­recht­li­cher An­sprü­che ge­gen ei­ne Per­son, die im In­land kei­nen Wohn­sitz hat, ist das Ge­richt zu­stän­dig, in des­sen Be­zirk sich Ver­mö­gen der­sel­ben […] be­fin­det. Bei For­de­run­gen gilt als der Ort, wo das Ver­mö­gen sich be­fin­det, der Wohn­sitz des Schuld­ners […].”

Mit “Schuld­ner” in § 23 S. 2 ZPO ist der Schuld­ner der zu pfän­den­den For­de­rung ge­meint, d.h. der Dritt­schuld­ner (Patz­i­na, in: Mü­Ko-ZPO, 5. Auf­la­ge 2016, § 23 Rn. 19) und in dem obi­gen Sach­ver­halt folg­lich der Ar­beit­ge­ber des Schuld­ners.

Da­mit sagt das Ge­setz im Er­geb­nis Fol­gen­des: “Soll die Geld­for­de­rung ei­nes Schuld­ners ge­pfän­det wer­den, der im In­land kei­nen Sitz oder Wohn­sitz hat, ist als Voll­stre­ckungs­ge­richt das Amts­ge­richt zu­stän­dig, in des­sen Be­zirk sich der Sitz oder Wohn­sitz des Dritt­schuld­ners be­fin­det.”

Über die Zu­stel­lung an den Schuld­ner, die für ei­ne wirk­sa­me Pfän­dung oh­ne­hin nicht er­for­der­lich ist (§ 829 Abs. 3 ZPO), muss sich der Gläu­bi­ger kei­ne Ge­dan­ken ma­chen — sie ob­liegt dem Ge­richts­voll­zie­her, der da­bei § 829 Abs. 2 S. 3 ZPO be­ach­ten wird.

Bit­te be­ach­ten Sie die Nut­zungs­be­din­gun­gen.

Zu­stän­di­ges Voll­stre­ckungs­ge­richt