Zah­lungs­ver­jäh­rung bei Er­stat­tung zu Un­recht er­brach­ter Leis­tun­gen nach dem SGB

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In § 50 Abs. 4 S. 1 SGB X heißt es: 

Der Er­stat­tungs­an­spruch ver­jährt in vier Jah­ren nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem der Ver­wal­tungs­akt nach Ab­satz 3 un­an­fecht­bar ge­wor­den ist.

Dem­ge­gen­über re­gelt § 52 Abs. 2 SGB X:

Ist ein Ver­wal­tungs­akt im Sin­ne des Ab­sat­zes 1 [= ein Ver­wal­tungs­akt, der zur Fest­stel­lung oder Durch­set­zung des An­spruchs ei­nes öf­fent­lich-recht­li­chen Rechts­trä­gers er­las­sen wird] un­an­fecht­bar ge­wor­den, be­trägt die Ver­jäh­rungs­frist 30 Jahre.

In der Pra­xis be­stehen häu­fig Un­si­cher­hei­ten, wie sich die­se Vor­schrif­ten zu­ein­an­der ver­hal­ten und wie das Ur­teil des BSG vom 04.03.2021, Az. B 11 AL 5/20 R, in die­sem Zu­sam­men­hang ein­zu­ord­nen ist.

Zu­nächst ist fest­zu­hal­ten, dass sich die Fra­ge zum Ver­hält­nis von § 50 Abs. 4 S. 1 SGB X und § 52 Abs. 2 SGB X nur stel­len kann, so­weit es um Er­stat­tungs­for­de­rung für zu Un­recht er­brach­te Leis­tun­gen nach § 50 SGB X geht (z. B. zu Un­recht erbrachte/s Ar­beits­lo­sen­geld II, So­zi­al­hil­fe, BAföG). An­de­re öf­fent­lich-recht­li­che For­de­run­gen, die nach den Be­stim­mun­gen des SGB fest­ge­setzt wur­den (z. B. Kos­ten­bei­trä­ge für die Ta­ges­be­treu­ung ei­nes Kin­des), un­ter­lie­gen da­ge­gen un­strit­tig al­lein der 30-jäh­ri­gen Zah­lungs­ver­jäh­rung aus § 52…

von Martin Benner

Ka­te­go­rien