Wei­te­re Voll­stre­ckung aus ei­nem an­ge­foch­te­nen pri­vat­recht­li­chen Titel?

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Der Gläu­bi­ger er­wirkt vor Ge­richt ei­nen Zah­lungs­ti­tel, aus dem er so­fort zur Zwangs­voll­stre­ckung be­rech­tigt ist. Ge­gen den Ti­tel legt der Schuld­ner Rechts­mit­tel ein. Kann Gläu­bi­ger trotz­dem wei­ter­voll­stre­cken? Und falls ja, was pas­siert, falls der Schuld­ner mit sei­nem Rechts­mit­tel obsiegt?

Ur­tei­le und Be­schlüs­se kön­nen un­ter Um­stän­den be­reits vor ih­rer Rechts­kraft voll­streckt wer­den. Das be­trifft bei­spiels­wei­se Ur­tei­le, die oh­ne Si­cher­heits­leis­tung für vor­läu­fig voll­streck­bar er­klärt wur­den (§ 708 ZPO), oder Un­ter­halts­be­schlüs­se, de­ren so­for­ti­ge Wirk­sam­keit an­ge­ord­net wur­de (§§ 116 Abs. 3 S. 3, 120 Abs. 2 S. 1 FamFG). Al­lein die Ein­le­gung des Rechts­mit­tels ge­gen das Ur­teil oder den Be­schluss be­sei­tigt die­se (vor­läu­fi­ge) Voll­streck­bar­keit nicht. Da­zu be­dürf­te es ei­ner ge­son­der­ten ge­richt­li­chen Ent­schei­dung. Wird sie nicht ge­trof­fen, kann der Gläu­bi­ger da­her trotz des Rechts­mit­tel­ver­fah­rens die Voll­stre­ckung ein­lei­ten bzw. fortsetzen. 

Al­lerd…

von MartinBenner

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