Was steckt hin­ter Ver­fü­gungs­be­rech­tig­ten und wirt­schaft­lich Be­rech­tig­ten beim Kontenabruf?

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Bei ei­nem Kon­ten­ab­ruf, der un­mit­tel­bar nach § 93 AO oder über § 6 Abs. 6 UVG, § 802l Abs. 1 S. 1 Nr. 2 ZPO ein­ge­holt wird, er­scheint der Schuld­ner un­ter Um­stän­den nicht nur als Kon­to­in­ha­ber, son­dern auch als Ver­fü­gungs­be­rech­tig­ter oder wirt­schaft­lich Be­rech­tig­ter für Kon­ten Drit­ter. Was steckt da­hin­ter und wel­che Mög­lich­kei­ten er­ge­ben sich ggf. dar­aus für die Zwangsvollstreckung?

1. Kon­to­in­ha­ber

Ist der Schuld­ner selbst (Mit-)Kontoinhaber, folgt dar­aus oh­ne Wei­te­res die Mög­lich­keit zur Kontopfändung.

2. Ver­fü­gungs­be­rech­tig­ter

Drit­te, die nicht Kon­to­in­ha­ber sind, kön­nen ei­ne Ver­fü­gungs­be­rech­ti­gung für ein Kon­to ha­ben. Das kön­nen bei­spiels­wei­se El­tern von Min­der­jäh­ri­gen, Ge­schäfts­füh­rer ei­ner GmbH, recht­li­che Be­treu­er oder rechts­ge­schäft­lich Be­voll­mäch­tig­te (“Kon­to­voll­macht”) sein. 

Er­scheint der Schuld­ner als Ver­fü­gungs­be­rech­tig­ter, schei­det ei­ne Kon­to­pfän­dung aus, weil sie ei­ne Voll­stre­ckung ge­gen den nicht-schuld­ne­ri­schen Kon­to­in­ha­ber wä­re. Das wür­de sich auch nicht da­durch än­dern, dass Gel­der des Schuld­ners auf das Kon­to flie­ßen. In die­sem Fall kä­me aber die Pfän­dung von Her­aus­ga­be­an­sprü­chen nach § 667 BGB in Be­tracht. Um das spä­ter mit ei­ner Dritt­schuld­ner­kla­ge durch­set­zen zu kön­nen, müss­te der Gläu­bi­ger bzw…

von Martin Benner

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