Vor al­lem vor der zwangs­wei­sen Öff­nung ei­ner Woh­nung for­dert der zu­stän­di­ge Ge­richts­voll­zie­her beim Gläu­bi­ger re­gel­mä­ßig ei­nen Vor­schuss auf die ent­ste­hen­den Kos­ten an (vgl. § 4 Gv­KostG). In der Pra­xis er­hal­ten aber auch häu­fig Gläu­bi­ger, die nach § 2 Gv­KostG von den Kos­ten be­freit sind, ent­spre­chen­de Auf­for­de­run­gen. Das be­trifft bei­spiels­wei­se Städ­te und Land­krei­se, die ihr Bun­des­land beim Rück­griff nach § 7 UVG ver­tre­ten. Hin­ter­grund kann ein Ver­se­hen des je­wei­li­gen Ge­richts­voll­zie­hers sein, weil die Vor­schuss­an­for­de­rung bei ei­ner Zwangs­öff­nung für ihn der Re­gel­fall ist, oder der Ge­richts­voll­zie­her meint tat­säch­lich, dass ei­nen Kos­ten­vor­schuss ver­lan­gen zu dür­fen.

So oder so: Von kos­ten­be­frei­ten Gläu­bi­gern darf der Ge­richts­voll­zie­her kei­nen Kos­ten­vor­schuss er­he­ben (OLG Stutt­gart, Be­schluss vom 15.07.1996, Az. 8 W 369/96; Herr­furth, in: Beck­OK Kos­ten­recht, 25. Edi­ti­on 2019, § 4 Gv­KostG Rn. 4).

Die Vor­schuss­an­for­de­rung kann da­her kurz be­ant­wor­tet wer­den:

Der Gläu­bi­ger ist kos­ten­be­freit (§ 2 Abs. 1 S. 1 Gv­KostG). Da­her darf auch kein Kos­ten­vor­schuss an­ge­for­dert wer­den (OLG Stutt­gart, Be­schluss vom 15.07.1996, Az. 8 W 369/96, DGVZ 1996, 172; Herr­furth, in: Beck­OK Kos­ten­recht, 25. Edi­ti­on 2019, § 4 Gv­KostG Rn. 4).”

Vor­schuss­an­for­de­rung durch Ge­richts­voll­zie­her bei Kos­ten­frei­heit