Egal, ob bei der Bei­trei­bung von öf­fent­lich-recht­li­chen, Un­ter­halts- oder sons­ti­gen pri­vat-recht­li­chen For­de­run­gen — die Ver­wir­kung ist in der Pra­xis häu­fig mit Un­si­cher­hei­ten ver­bun­den. Vor al­lem von Schuld­nern und Schuld­ner­ver­tre­tern wird sie schnell ins Feld ge­führt. Was ver­birgt sich da­hin­ter und wie kann sie ar­gu­men­ta­tiv ab­ge­wehrt werden?

Was Ver­wir­kung ist, lässt sich in kei­nem Ge­setz nach­le­sen. Sie ist rei­nes “Rich­ter­recht” und wird de­fi­niert als “il­loya­le Ver­spä­tung” bei Gel­tend­ma­chung oder Durch­set­zung. Sie ist da­her ein Ver­stoß ge­gen den Grund­satz von Treu und Glau­ben, der so­wohl im Pri­vat­recht (sie­he § 242 BGB) als auch im öf­fent­li­chen Recht gilt (BVerwG, Ur­teil vom 29.08.1996, Az. 2 C 23/95). Ver­wir­ken kön­nen da­her auch öf­fent­lich-recht­li­che For­de­run­gen, ins­be­son­de­re Abgabenforderungen. 

Ein Ziel der Ver­wir­kung ist Rechts­frie­den. Er soll ein­tre­ten, wenn nach ei­ner ge­wis­sen Zeit der Un­tä­tig­keit des Gläu­bi­gers wei­te­re Um­stän­de hin­zu­kom­men. Das deu­tet die bei­den Vor­aus­set­zun­gen der Ver­wir­kung an: 

1. Vor­aus­set­zung…

Ver­wir­kung von Forderungen
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