Ver­wer­tung des ge­pfän­de­ten Sparguthabens

V

Hat der Gläu­bi­ger bzw. die Voll­stre­ckungs­be­hör­de er­folg­reich ein Spar­gut­ha­ben des Schuld­ners ge­pfän­det, stellt sich in der Pra­xis häu­fig die Fra­ge, wel­che Be­deu­tung da­bei das Spar­buch hat und was ge­tan wer­den kann, wenn das Kre­dit­in­sti­tut das Gut­ha­ben nur ge­gen Vor­la­ge des Spar­buchs an den Gläu­bi­ger aus­zah­len will.

Das Spar­buch ist ei­ne Ur­kun­de über den An­spruch des Be­rech­tig­ten ge­gen das Kre­dit­in­sti­tut auf Aus­zah­lung des Gut­ha­bens. Das Kre­dit­in­sti­tut ist zum ei­nen nur ge­gen Aus­hän­di­gung der Ur­kun­de zur Leis­tung ver­pflich­tet (§ 808 Abs. 2 S. 1 BGB). Zum an­de­ren leis­tet es das Gut­ha­ben be­frei­end an den­je­ni­gen, der ihm das Spar­buch aus­hängt (§ 808 Abs. 1 S. 1 BGB). Das Kre­dit­in­sti­tut wird dem Gläu­bi­ger bzw. der Voll­stre­ckungs­be­hör­de da­her in der Re­gel trotz ei­ner er­folg­rei­chen Pfän­dung die Aus­keh­rung des Gut­ha­bens ver­wei­gern, wenn das Spar­buch nicht vor­ge­legt wer­den kann.

Trotz­dem ist es in der Pra­xis ei­nen Ver­such wert, nach ei­ner po­si­ti­ven Dritt­schuld­ner­er­klä­rung in ei­nem Te­le­fo­nat mit dem Kre­dit­in­sti­tut zu eru­ie­ren, ob das Spar­buch wirk­lich vor­ge­legt wer­den muss. Hin und wie­der gibt es z. B. den Hinwe…

von Martin Benner

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