UVG-Leis­tun­gen be­zie­hen­des Kind be­erbt den Unterhaltsschuldner

U

[Er­wei­ter­te Fas­sung vom 22.06.2022] Ei­ne Si­tua­ti­on, die in der Pra­xis im­mer wie­der auf­taucht: Ein Kind be­zieht Leis­tun­gen nach dem UVG, der Un­ter­halts­schuld­ner ver­stirbt und das Kind be­erbt ihn. Muss das Kind nun die nach § 7 UVG auf das Land über­ge­gan­ge­nen Un­ter­halts­rück­stän­de be­glei­chen und da­mit — wirt­schaft­lich be­trach­tet — sei­nen ei­ge­nen Un­ter­halt wie­der zurückzahlen?

Die Richt­li­ni­en zur Durch­füh­rung des Un­ter­halts­vor­schuss­ge­set­zes se­hen da­zu zu­nächst Fol­gen­des vor:

Ist der un­ter­halt­schul­den­de El­tern­teil ver­stor­ben, so sind die all­ge­mei­nen Re­ge­lun­gen des Erb­rechts (§§ 1922 ff, 1967 ff BGB) an­zu­wen­den und Rück­griff bei den Er­ben zu neh­men. Ist das Kind Al­lein­er­be ge­wor­den, ist Rück­griff beim Kind zu nehmen. 

Nr. 7.1.4 S. 1, 2 RL-UVG

Aber liegt durch den Erb­fall nicht ei­ne so­ge­nann­te “Kon­fu­si­on“ vor, die zum Er­lö­schen des An­spruchs ge­führt hat? Bei ei­ner Kon­fu­si­on ver­ei­ni­gen sich Gläu­bi­ger und Schuld­ner ei­ner For­de­rung in ei­ner Per­son, z. B. weil der Gläu­bi­ger den Schuld­ner be­erbt. Das ist hier nicht pas­siert: Gläu­bi­ger des nach § 7 Abs. 1 UVG über­ge­gan­ge­nen Unterha…

von Martin Benner

Ka­te­go­rien