Un­ter­halts­be­rech­tig­te mit ei­ge­nen Ein­kom­men bei der Unterhaltsvollstreckung

U

Ein Un­ter­halts­gläu­bi­ger pfän­de­te das Ar­beits­ein­kom­men des Schuld­ners und trug vor, der Schuld­ner ha­be ein un­ter­halts­be­rech­tig­tes Kind, das aber we­gen ei­nes ei­ge­nen Ein­kom­mens von 500 € bei der Fest­set­zung des pfand­frei­en Be­tra­ges nach § 850d ZPO trotz der Ge­wäh­rung von Na­tu­ral­un­ter­halt nicht zu be­rück­sich­ti­gen sei. Das Amts­ge­richt sah das an­ders und be­ließ dem Schuld­ner ne­ben des­sen ei­ge­nen not­wen­di­gen Un­ter­halt auch 418,50 € für die lau­fen­de Un­ter­halts­ge­wäh­rung an das Kind. Da­ge­gen leg­te der Gläu­bi­ger so­for­ti­ge Be­schwer­de ein. Das zu­stän­di­ge Land­ge­richt entschied:

RE­DAK­TIO­NEL­LER LEITSATZ

Das ei­ge­ne Ein­kom­men ei­nes Un­ter­halts­be­rech­tig­ten min­dert des­sen Bar­be­darf und da­mit auch den Be­trag, der dem Schuld­ner nach § 850d Abs. 1 S. 2 ZPO zur Er­fül­lung sei­ner lau­fen­den ge­setz­li­chen Un­ter­halts­pflich­ten ge­gen­über die­sem Be­rech­tig­ten pfand­frei zu be­las­sen ist.

LG Hal­le, Be­schluss vom 15.11.2021, Az. 1 T 220/21

TE­NOR

1. Auf die so­for­ti­ge Be­schwer­de des Gläu­bi­gers wird der Be­schluss des Amts­ge­richts Mer­se­burg vom 06.07.2021 in Ver­bin­dung mit dem Nicht­ab­hil­fe­be­schluss vom 14.09.2021 ab­ge­än­dert: Der mo­nat­li­che pfand­freie Be­trag des Schuld­ners wird – so­weit die Pfän­dung das Ar­beits­ein­kom­men des Schuld­ners be­trifft – auf 968,00 € festgesetzt. […]

GRÜN­DE

I. Der Gläu­bi­ger be­treibt ge­gen den Schuld­ner die Zwangsvollstreckung …

von MartinBenner

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