Ein wei­te­res, im­mer wie­der auf­tre­ten­des Pro­blem bei der Ver­mö­gens­aus­kunft: Der Schuld­ner gibt im Ver­mö­gens­ver­zeich­nis an, selb­stän­dig oder frei­be­ruf­lich tä­tig zu sein, aber der­zeit we­der Auf­trä­ge noch Au­ßen­stän­de zu ha­ben. Teil­wei­se wird auch die Hö­he ei­nes mo­nat­li­chen Um­satz bzw. Ge­winns of­fen­bart, aber dem Er­gän­zungs­blatt I kann der Gläu­bi­ger den­noch kei­ne Auf­trag­ge­ber entnehmen. 

Was soll­te der Gläu­bi­ger bzw. die Voll­stre­ckungs­be­hör­de in die­ser Si­tua­ti­on tun? 

Es stellt sich die Fra­ge, wo­von der Schuld­ner sei­nen lau­fen­den Le­bens­un­ter­halt be­strei­tet. Hat er auch kein Ver­mö­gen of­fen­bart, das sei­nem Le­bens­un­ter­halt die­nen könn­te, ist das Ver­mö­gens­ver­zeich­nis des­halb äu­ßer­lich er­kenn­bar bzw. wi­der­sprüch­lich. Der Schuld­ner ist des­halb ver­pflich­tet, es auf An­trag des Gläu­bi­gers bzw. der Voll­stre­ckungs­be­hör­de nach­zu­bes­sern. So ent­schied kürz­lich das AG Ei­len­burg, Be­schluss vom 10.03.2021, Az. 1 M 466/21, über die Er­in­ne­rung (§ 766 ZPO) des Gläu­bi­gers, nach­dem der Ge­richts­voll­zie­her den Nach­bes­se­rungs­an­trag ab­ge­lehnt hatte:

Das vom Schuld­ner vor­ge­leg­te Ver­mö­gens­ver­zeich­nis ist in sich selbst wi­der­sprüch­lich. So hat der Schuld­ner ei­ner­seits an­ge­ge­ben, mo­nat­lich zwi­schen 2.500,- € und 3.000,- € Ge­winn aus …

Selb­stän­di­ger oder Frei­be­ruf­ler oh­ne Auf­trä­ge oder Außenstände