In­ter­es­san­te Fra­ge aus dem heu­ti­gen Se­mi­nar: Ei­ne Teil­neh­me­rin stellt im Rah­men der Ver­wal­tungs­voll­stre­ckung im­mer wie­der fest, dass Schuld­ner vor we­ni­ger als zwei Jah­ren mit dem An­ord­nungs­grund “Be­frie­di­gung aus­ge­schlos­sen“ in das Schuld­ner­ver­zeich­nis ein­ge­tra­gen wur­den (§ 882c Abs. 1 S. 1 Nr. 2 ZPO), aber im Voll­stre­ckungs­por­tal kein Ver­mö­gens­ver­zeich­nis von ih­nen ab­ruf­bar ist. Wie kann das sein? Dass die Be­frie­di­gung aus­ge­schlos­sen ist, kann der Ge­richts­voll­zie­her doch nur an­hand ei­nes Ver­mö­gens­ver­zeich­nis­ses be­ur­tei­len (vgl. § 882c Abs. 1 S. 1 Nr. 2 ZPO), und ein Ver­mö­gens­ver­zeich­nis ist für zwei Jah­re im Voll­stre­ckungs­por­tal ab­ruf­bar (§ 802k Abs. 1 S. 3 ZPO).

Die­se Si­tua­ti­on hat fol­gen­den Hin­ter­grund:

Nimmt der Ge­richts­voll­zie­her die Ver­mö­gens­aus­kunft ab, hin­ter­legt er das Ver­mö­gens­ver­zeich­nis beim zen­tra­len Voll­stre­ckungs­ge­richt (§ 802f Abs. 6 S. 1 ZPO). Über das Voll­stre­ckungs­por­tal ist es für zwei Jah­re ab­ruf­bar (§ 802k Abs. 1 S. 3 ZPO). Au­ßer­dem ord­net der Ge­richts­voll­zie­her die Ein­tra­gung des Schuld­ners im Schuld­ner­ver­zeich­nis un­ter an­de­rem dann an, wenn “ei­ne Voll­stre­ckung nach dem In­halt des Ver­mö­gens­ver­zeich­nis­ses of­fen­sicht­lich nicht ge­eig­net wä­re, zu ei­ner voll­stän­di­gen Be­frie­di­gung des Gläu­bi­gers zu füh­ren, auf des­sen An­trag die Ver­mö­gens­aus­kunft er­teilt“ (§ 802k Abs. 1 S. 3, 1. Alt. ZPO). Die­se Ein­tra­gung bleibt grund­sätz­lich für drei Jah­re be­stehen (§ 802e Abs. 1 ZPO).

Be­an­tragt ein wei­te­rer Gläu­bi­ger z. B. an­dert­halb Jah­re spä­ter die Ab­nah­me der Ver­mö­gens­aus­kunft, lei­tet der Ge­richts­voll­zie­her die­sem Gläu­bi­ger ei­ne Ab­schrift des Ver­mö­gens­ver­zeich­nis­ses zu (§ 802c Abs. 1 S. 2 ZPO). Des Wei­te­ren ord­net der Ge­richts­voll­zie­her er­neut die Ein­tra­gung des Schuld­ners im Schuld­ner­ver­zeich­nis an, wenn, “ei­ne Voll­stre­ckung nach dem In­halt des Ver­mö­gens­ver­zeich­nis­ses of­fen­sicht­lich nicht ge­eig­net wä­re, zu ei­ner voll­stän­di­gen Be­frie­di­gung des Gläu­bi­gers zu füh­ren […] dem die er­teil­te Aus­kunft zu­ge­lei­tet wur­de“ (§ 802k Abs. 1 S. 3, 2. Alt. ZPO). Die­se Ein­tra­gung bleibt wie­der­um grund­sätz­lich für drei Jah­re be­stehen (§ 802e Abs. 1 ZPO). Das Ver­mö­gens­ver­zeich­nis wird je­doch nach wie vor zwei Jah­re nach Ab­ga­be der Ver­mö­gens­aus­kunft ge­löscht, d.h. im obi­gen Bei­spiel ein hal­bes Jahr, nach­dem die wei­te­re Ein­tra­gung des Schuld­ners in das Schuld­ner­ver­zeich­nis an­ge­ord­net wur­de. Nach die­sem hal­ben Jahr wird des­halb ei­ne ver­gleichs­wei­se ak­tu­el­le Ein­tra­gung im Schuld­ner­ver­zeich­nis zu fin­den, aber kein Ver­mö­gens­ver­zeich­nis mehr ab­ruf­bar sein.

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Schuld­ner­ver­zeich­nis und Ver­mö­gens­aus­kunft