Im­mer wie­der taucht in der Pra­xis die Fra­ge auf, wie mit Buß­geld­schuld­nern um­zu­ge­hen ist, die Leis­tun­gen nach dem SGB II oder SGB XII be­zie­hen. Sind sie zah­lungs­un­fä­hig i. S. d. § 96 Abs. 1 OWiG? Falls nicht, kommt ei­nen Zah­lungs­er­leich­te­rung nach § 18 OWiG in Form ei­ner Ra­ten­zah­lung in Be­tracht und von wel­cher Ra­ten­hö­he soll­te ggf. aus­ge­gan­gen wer­den? Kann ge­gen den Buß­geld­schuld­ner in die­sen Fäl­len auch Er­zwin­gungs­haft an­ge­ord­net werden? 

1. Zah­lungs­un­fä­hig­keit

Zah­lungs­un­fä­hig i. S. d. § 96 Abs. 1 OWiG ist, wer 

  • nicht über ge­nü­gend Zah­lungs­mit­tel ver­fügt, um die Geld­bu­ße frist­ge­recht zu be­glei­chen und
  • den Man­gel an Zah­lungs­mit­teln nicht be­sei­ti­gen kann, in­dem er al­le zu­mut­ba­ren Mög­lich­kei­ten aus­schöpft und al­le er­reich­ba­ren fi­nan­zi­el­len Mit­tel her­an­zu­zieht, z. B. durch Ein­schrän­kung der Le­bens­hal­tung, Ver­äu­ße­rung oder Ver­pfän­dung von Ge­gen­stän­den, Kre­dit­auf­nah­me und den Ein­satz der Ar­beits­kraft (für vie­le: LG Ber­lin, Be­schluss vom 15.01.2007, Az. 504 Qs 7/07).

Ein Emp­fän­ger von Leis­tun­gen nach dem SGB II oder SGB XII er­füllt die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht.…

Ra­ten­zah­lung und Er­zwin­gungs­haft bei Buß­geld­schuld­nern im ALG-II-Bezug
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