Ra­ten­zah­lung an In­sol­venz­gläu­bi­ger aus in­sol­venz­frei­em Vermögen

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In der Pra­xis kommt es hin und wie­der vor, dass ein In­sol­venz­schuld­ner aus sei­nem in­sol­venz­frei­en Ver­mö­gen Ra­ten an ei­nen In­sol­venz­gläu­bi­ger zahlt. Es stellt sich dann die Fra­ge, ob der Schuld­ner die­se Zah­lun­gen oh­ne Nach­tei­le leis­ten und der Gläu­bi­ger sie be­hal­ten darf.

Die zu­tref­fen­de Ant­wort lau­tet je­weils: ja.

Zur Gläu­bi­ger­sicht der BGH:

Ge­mäß § 87 In­sO kön­nen In­sol­venz­gläu­bi­ger ih­re For­de­run­gen nach der Er­öff­nung des In­sol­venz­ver­fah­rens nur noch nach den Vor­schrif­ten des In­sol­venz­rechts ver­fol­gen. Sie ha­ben ih­re For­de­run­gen zur In­sol­venz­ta­bel­le an­zu­mel­den, Zwangs­voll­stre­ckun­gen sind we­der in die In­sol­venz­mas­se noch in das sons­ti­ge Ver­mö­gen des Schuld­ners zu­läs­sig (§ 89 Abs. 1 In­sO). Da­mit soll er­reicht wer­den, dass die In­sol­venz­gläu­bi­ger gleich­mä­ßi­ge Be­frie­di­gung er­lan­gen […]. Der Grund­satz der Gleich­be­hand­lung der In­sol­venz­gläu­bi­ger gilt wäh­rend der Dau­er des In­sol­venz­ver­fah­rens je­doch nur in Be­zug auf die In­sol­venz­mas­se. Sie soll der Ge­samt­heit der In­sol­venz­gläu­bi­ger zur Befriedigung…

von Martin Benner

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