Die Voll­stre­ckungs­be­hör­de der Stadt Mus­ter­hau­sen hat we­gen ei­ner öf­fent­lich-recht­li­chen For­de­rung das Pfän­dungs­schutz­kon­to des Schuld­ners ge­pfän­det. Dar­auf be­an­tragt der Schuld­ner, den pfand­frei­en Be­trag nach § 850k Abs. 4 ZPO iVm mit den Ver­wei­sungs­nor­men aus dem Ver­wal­tungs­voll­stre­ckungs­recht (zB § 15 Abs. 1 Nr. 2 SächsVwVG iVm § 319 AO) um das Pfle­ge­geld für selbst­be­schaff­te Pfle­ge­hil­fen zu er­hö­hen. Wie ist die Rechts­la­ge?

Ein Pfle­ge­be­dürf­ti­ger ab Pfle­ge­grad 2 kann an­stel­le der häus­li­chen Pfle­ge­hil­fe ein Pfle­ge­geld be­an­tra­gen, wenn er mit dem Pfle­ge­geld des­sen Um­fang ent­spre­chend die er­for­der­li­chen kör­per­be­zo­ge­nen Pfle­ge­maß­nah­men und pfle­ge­ri­schen Be­treu­ungs­maß­nah­men so­wie Hil­fen bei der Haus­halts­füh­rung in ge­eig­ne­ter Wei­se selbst si­cher­stellt (§ 37 Abs. 1 S. 1 SGB XI).

Das Pfle­ge­geld ist nach § 54 Abs. 3 Nr. 3 SGB I an der Quel­le, dh bei der Pfle­ge­kas­se, un­pfänd­bar (BGH Be­schluss vom 21.12.2017, Az. IX ZB 18/17).

Geht das Pfle­ge­geld auf ei­nem Pfän­dungs­schutz­kon­to nach § 850k ZPO ein, wird es von ei­ner Pfän­dung des Kon­to­gut­ha­bens nicht er­fasst und er­höht den nor­ma­len Grund­frei­be­trag des Schuld­ners (§ 850k Abs. 2 S. 1 Nr. 2 ZPO iVm den ein­schlä­gi­gen Ver­wei­sungs­nor­men). Der Schuld­ner muss dem Kre­dit­in­sti­tut al­ler­dings zB durch den Be­scheid der Pfle­ge­kas­se nach­wei­sen, dass das ent­spre­chen­de Gut­ha­ben nicht von der Pfän­dung er­fasst wird (§ 850k Abs. 5 S. 2 ZPO iVm den ein­schlä­gi­gen Ver­wei­sungs­nor­men). Ei­ne Ent­schei­dung der Voll­stre­ckungs­be­hör­de über die Er­hö­hung des pfand­frei­en Be­tra­ges kann er da­ge­gen nur be­an­spru­chen, wenn er die­sen Nach­weis nicht füh­ren kann (§ 850k Abs. 5 S. 3 ZPO iVm den ein­schlä­gi­gen Ver­wei­sungs­nor­men). Das wä­re zB der Fall, wenn das Kre­dit­in­sti­tut die Er­hö­hung des Frei­be­tra­ges auch nach Vor­la­ge des Be­schei­des der Pfle­ge­kas­se ab­lehnt.

Im Aus­gangs­fall soll­te die Voll­stre­ckungs­be­hör­de der Stadt Mus­ter­hau­sen den Schuld­ner da­her un­ter Hin­weis auf die obi­ge Rechts­la­ge an das Kre­dit­in­sti­tut ver­wei­sen und an­re­gen, den An­trag zu­rück­zu­neh­men oder dar­zu­le­gen, aus wel­chen Grün­den er den Nach­weis bei dem Kre­dit­in­sti­tut nicht er­folg­reich füh­ren kann. Ggf. ist der An­trag als un­be­grün­det zu­rück­zu­wei­sen.

Bit­te be­ach­ten Sie die Nut­zungs­be­din­gun­gen.

Pfle­ge­geld in der Voll­stre­ckung