Pfän­dung we­gen Un­ter­halts­rück­stän­den durch ver­schie­de­ne Länder

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Es kommt nicht so häu­fig vor, aber wenn, dann be­rei­tet es Kopf­zer­bre­chen: Zwei ver­schie­de­ne Län­der pfän­den das Ar­beits­ein­kom­men des Schuld­ners we­gen Un­ter­halts­rück­stän­den, die nach § 7 UVG auf sie über­ge­gan­gen sind. Je­des der Län­der wuss­te bei der Pfän­dung von dem an­de­ren noch nichts. In den Pfän­dungs­be­schlüs­sen hat das Voll­stre­ckungs­ge­richt dem Schuld­ner je­weils nur sei­nen ei­ge­nen not­wen­di­gen Un­ter­halt pfand­frei be­las­sen. Der Dritt­schuld­ner führt die pfänd­ba­ren Be­trä­ge an das Land ab, das zu­erst ge­pfän­det hat Was kann das an­de­re Land bzw. die Kom­mu­ne, die es ver­tritt, tun?

Es kon­kur­rie­ren die Rück­stän­de von zwei un­ter­schied­li­chen Un­ter­halts­gläu­bi­gern in der­sel­ben Rang­klas­se des § 1609 BGB mit­ein­an­der (Land A und Land B). Das führt ma­te­ri­ell zum Gleich­rang (Ben­ner, JAmt 2021, 550, 552; Mel­ler-Han­nich, in: Kind­l/­Mel­ler-Han­nich, Ge­sam­tes Recht der Zwangs­voll­stre­ckung, 4. Aufl. 2021, § 850d ZPO Rn. 29). Die pfänd­ba­ren Be­trä­ge sind da­her nach Köp­fen oder Rück­stands­be­trä­gen — das ist um­strit­ten — zwi­schen bei­den Län­dern zu quoteln. 

Das ge­ben die Pfän­dungs­be­schlüs­se in dem obi­gen Bei­spiel so aber noch nicht wie­der. Sie sind des­halb vom Voll­stre­ckungs­ge­richt zu än­dern. In je­dem Be­schluss muss an­ge­ord­net wer­den, dass dem Schuld­ner sein ei­ge­ner not­wen­di­ger Un­ter­halt und z. B. 1/2 des Mehr­be­tra­ges für das je­weils an­de­re Land pfandfrei …

von MartinBenner

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