Pfän­dung von (!) Unterhalt

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Hin und wie­der liest man im Ver­mö­gens­ver­zeich­nis, dass der Schuld­ner voll­stän­dig oder teil­wei­se von Un­ter­halts­zah­lun­gen lebt. Da­bei kann es sich zum Bei­spiel um Tren­nungs- oder nach­ehe­li­chen Un­ter­halt han­deln. Dann stellt sich für den Gläu­bi­ger bzw. die Voll­stre­ckungs­be­hör­de die Fra­ge, ob es sich um pfänd­ba­re Leis­tun­gen handelt.

Die Pfänd­bar­keit re­gelt § 850b Abs. 1 Nr. 2 ZPO. Es han­delt sich da­nach um ei­ne so­ge­nann­te be­dingt pfänd­ba­re For­de­rung. Sie ist grund­sätz­lich un­pfänd­bar. Ei­ne Pfän­dung kommt dem Grun­de nach aber aus­nahms­wei­se in Be­tracht, wenn

  • die Voll­stre­ckung in das sons­ti­ge be­weg­li­che Ver­mö­gen des Schuld­ners zu ei­ner voll­stän­di­gen Be­frie­di­gung des Gläu­bi­gers nicht ge­führt hat oder vor­aus­sicht­lich nicht füh­ren wird und
  • nach den Um­stän­den des Fal­les, ins­be­son­de­re nach der Art des bei­zu­trei­ben­den An­spruchs und der Hö­he der Be­zü­ge, die Pfän­dung der Bil­lig­keit entspricht.

Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind vor der Pfän­dung durch das Voll­stre­ckungs­ge­richt bzw. die Voll­stre­ckungs­be­hör­de zu prü­fen. Im Rah­men der pri­vat­recht­li­chen Voll­stre­ckung be­darf es al­so ei­nes ent­spre­chen­den Vor­tra­ges ge­gen­über dem Voll­stre­ckungs­ge­richt. Im Ver­wal­tungs­zwangs­ver­fah­ren emp­fiehlt es sich, die Prü­fung d…

von Martin Benner

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