Deut­sche Ge­nos­sen­schaf­ten ver­füg­ten im Jahr 2019 über rd. 22,8 Mio. Mit­glie­der (Stap­pel, Deut­sche Ge­nos­sen­schaf­ten 2020, S. 39). Ge­nos­sen­schafts­recht­li­che Ver­mö­gens­an­sprü­che sind da­her auch für die Be­trei­bung und Zwangs­voll­stre­ckung von prak­ti­scher Bedeutung.

Hin­wei­se auf et­wai­ge Mit­glied­schaf­ten des Schuld­ners in Ge­nos­sen­schaf­ten kön­nen Gläu­bi­ger und Voll­stre­ckungs­be­hör­den vor al­lem aus dem Ver­mö­gens­ver­zeich­nis und dem Kon­ten­ab­ruf­ver­fah­ren ge­win­nen. Da­bei han­delt es sich zum ei­nen um aus­drück­lich of­fen­bar­te Mit­glied­schaf­ten. Zum an­de­ren lie­fern Ver­trags­be­zie­hun­gen zu ge­nos­sen­schaft­lich struk­tu­rier­ten Kre­dit­in­sti­tu­ten (vor al­lem Volks- und Raiffeisen‑, Spar­da- und PSD-Ban­ken) so­wie Ver­mie­tern (d. h. Woh­nungs­ge­nos­sen­schaf­ten) An­halts­punk­te für mög­li­che Ge­nos­sen­schafts­an­tei­le. Vor al­lem bei Ge­nos­sen­schafts­ban­ken, bei de­nen oh­ne­hin ei­ne Kon­to­pfän­dung er­fol­gen soll, emp­fiehlt es sich, auch die an­geb­li­chen ge­nos­sen­schafts­recht­li­chen An­sprü­che des Schuld­ners zu pfän­den. Von der blo­ßen Kon­to­pfän­dung wären …

Pfän­dung ge­nos­sen­schafts­recht­li­cher An­sprü­che nicht vergessen