Ist der Schuld­ner an­de­ren Per­so­nen ge­setz­lich zum Un­ter­halt ver­pflich­tet, steht ihm ein er­höh­ter pfand­frei­er Be­trag zu, wenn er ih­nen auch tat­säch­lich Un­ter­halt ge­währt (§ 850c Abs. 1 S. 2 ZPO: „Ge­währt der Sch. […] Un­ter­halt“). Der Ar­beit­ge­ber be­rück­sich­tigt bei der Er­mitt­lung des pfand­frei­en Be­tra­ges je­doch in der Re­gel al­le vor­han­de­nen ge­setz­li­chen Un­ter­halts­be­rech­tig­ten des Schuld­ners und er­mit­telt nicht, ob der Schuld­ner ih­nen auch tat­säch­lich Un­ter­halt ge­währt. Die Voll­stre­ckungs­be­hör­de kann da­her klar­stel­len, dass ge­setz­li­che Un­ter­halts­be­rech­tig­te man­gels ei­ner tat­säch­li­chen Un­ter­halts­ge­wäh­rung un­be­rück­sich­tigt blei­ben (vgl. für die pri­vat-recht­li­che Voll­stre­ckung BGH, Be­schluss vom 28.09.2017, Az. VII ZB 14/16). Das kann so­gleich in der Pfän­dungs­ver­fü­gung, aber spä­ter in ei­nem se­pa­ra­ten Be­scheid erfolgen.

Der Te­nor ei­ner ent­spre­chen­den Ent­schei­dung könn­te in­so­weit lauten:

Es wird klar­ge­stellt, dass Max Mei­er, geb. am 27.06.2019, bei der Be­rech­nung des pfand­frei­en Ar­beits­ein­kom­mens [und Gut­ha­bens auf ei­nem Pfän­dungs­schutz­kon­to] nicht zu be­rück­sich­ti­gen ist.”

Die feh­len­de Un­ter­halts­ge­wäh­rung ist da­bei nicht im Te­nor zu er­wäh­nen. Sie ge­hört viel­mehr in die kur­ze Begründung: 

Ge­währt der Schuld­ner auf Grund ei­ner ge­setz­li­chen Ver­pflich­tung sei­nem Ehe­gat­ten, ei­nem frü­he­ren Ehe­gat­ten, sei­nem Le­bens­part­ner, ei­nem frü­he­ren Le­bens­part­ner oder ei­nem Ver­wand­ten oder nach §§ 1615l, 1615n BGB ei­nem El­tern­teil Un­ter­halt, er­höht sich der pfand­freie Be­trag nach Maß­ga­be von Feh­len­de Un­ter­halts­ge­wäh­rung in der Verwaltungsvollstreckung