Nicht­be­rück­sich­ti­gung ei­nes Kin­des we­gen Na­tu­ral­un­ter­halt vom an­de­ren Elternteil

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Fol­gen­de Si­tua­ti­on: Der Gläu­bi­ger bzw. die Voll­stre­ckungs­be­hör­de hat das Ar­beits­ein­kom­men des Schuld­ners von 1.500 € ge­pfän­det. Bei der Pfän­dung wur­de an­ge­ord­net, dass die Ehe­frau des Schuld­ners we­gen ei­nes ei­ge­nen Ar­beits­ein­kom­mens von 2.250 € bei der Be­rech­nung des un­pfänd­ba­ren Ar­beits­ein­kom­mens des Schuld­ners nicht zu be­rück­sich­ti­gen ist. Spä­ter wird aus der Ver­mö­gens­aus­kunft be­kannt, dass der Schuld­ner und sei­ne Ehe­frau ein 3‑jähriges Kind ha­ben, das mit ih­nen in ei­nem Haus­halt lebt. Was soll­te der Gläu­bi­ger bzw. die Voll­stre­ckungs­be­hör­de tun?

Es geht um ei­ge­ne Ein­künf­te von Un­ter­halts­be­rech­tig­ten i. S. d. § 850c Abs. 6 ZPO (i. V. m. mit den je­wei­li­gen Ver­wei­sungs­nor­men im Ver­wal­tungs­voll­stre­ckungs­ge­setz und ggf. der AO). Das gilt zum ei­nen für die Ehe­frau des Schuld­ners, die ei­ge­ne Bar­ein­künf­te er­zielt und mit Blick auf die Hö­he un­be­rück­sich­tigt ge­las­sen wur­de (sie­he da­zu hier). Das gilt aber eben­so für das un­ter­halts­be­rech­tig­te Kind des Schuld­ners: Auf­grund des ge­mein­sa­men Haus­halts mit dem an­de­ren El­tern­teil und des­sen ei­ge­nem Ein­kom­men ist da­von aus­zu­ge­hen, dass auch der an­de­re El­tern­teil dem Kind Na­tu­ral­un­ter­halt ge­währt. Bei die­sem Na­tu­ral­un­ter­halt han­delt es sich um ei­ge­ne Ein­künf­te des Kin­des i. S. d. § 850c Abs. 6 ZPO

von Martin Benner

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