In ei­nem Se­mi­nar wur­de ich ge­fragt, ob auch ein Dritt­gläu­bi­ger be­rech­tigt sei, die Nach­bes­se­rung der Ver­mö­gens­aus­kunft zu be­an­tra­gen. Zu die­ser Fra­ge kommt es bei­spiels­wei­se, wenn die Voll­stre­ckungs­be­hör­de ein be­reits vor­han­de­nes, nach­bes­se­rungs­wür­di­ges Ver­mö­gens­ver­zeich­nis aus dem Voll­stre­ckungs­por­tal ab­ruft, das der Schuld­ner im Auf­trag ei­nes an­de­ren Gläu­bi­ger ab­ge­ge­ben hat­te. Glei­ches gilt, wenn der Ge­richts­voll­zie­her ei­nem pri­vat-recht­li­chen Gläu­bi­ger ein ent­spre­chen­des Ver­mö­gens­ver­zeich­nis übersendet.

Die Ant­wort ist nach der Recht­spre­chung ein­deu­tig: Das An­trags­recht für die Nach­bes­se­rung steht nicht nur dem Gläu­bi­ger des ur­sprüng­li­chen Aus­kunfts­ver­fah­ren zu, son­dern auch ei­nem dar­an nicht be­tei­lig­ten Dritt­gläu­bi­ger (LG Frankfurt/Oder, Be­schluss vom 06.02.2004, Az. 19 T 219/03; AG Ver­den, Be­schluss vom 29.05.2008, Az. 7 M 661/07; AG Ver­den, Be­schluss vom 02.08.2005, Az. 7 M 59/05; AG Kö­nigs­win­ter, Be­schluss vom 30.11.2007, Az. An­trags­recht des Dritt­gläu­bi­gers auf Nach­bes­se­rung der Vermögensauskunft