In ei­nem Se­mi­nar wur­de ich ge­fragt, ob auch ein Dritt­gläu­bi­ger be­rech­tigt sei, die Nach­bes­se­rung der Ver­mö­gens­aus­kunft zu be­an­tra­gen. Zu die­ser Fra­ge kommt es bei­spiels­wei­se, wenn die Voll­stre­ckungs­be­hör­de ein be­reits vor­han­de­nes, nach­bes­se­rungs­wür­di­ges Ver­mö­gens­ver­zeich­nis aus dem Voll­stre­ckungs­por­tal ab­ge­ruft, das der Schuld­ner im Auf­trag ei­nes an­de­ren Gläu­bi­ger ab­ge­ge­ben hat­te. Glei­ches gilt, wenn der Ge­richts­voll­zie­her ei­nem pri­vat-recht­li­chen Gläu­bi­ger ein ent­spre­chen­des Ver­mö­gens­ver­zeich­nis über­sen­det.

Die Ant­wort ist nach der Recht­spre­chung ein­deu­tig: Das An­trags­recht für die Nach­bes­se­rung steht nicht nur dem Gläu­bi­ger des ur­sprüng­li­chen Aus­kunfts­ver­fah­ren zu, son­dern auch ei­nem dar­an nicht be­tei­lig­ten Dritt­gläu­bi­ger (LG Frankfurt/Oder, Be­schluss vom 06.02.2004, Az. 19 T 219/03; AG Ver­den, Be­schluss vom 29.05.2008, Az. 7 M 661/07; AG Ver­den, Be­schluss vom 02.08.2005, Az. 7 M 59/05; AG Kö­nigs­win­ter, Be­schluss vom 30.11.2007, Az. 6a M 936/07; AG Sy­ke, Be­schluss vom 8.11.2017, Az. 20 M 888/17).

Der An­trag auf Nach­bes­se­rung ist — auch bei ei­nem Um­zug des Schuld­ners — an den Ge­richts­voll­zie­her zu rich­ten, der die nach­zu­bes­sern­de Ver­mö­gens­aus­kunft ab­ge­nom­men hat (AG Neu­bran­den­burg, Be­schluss vom 26.10.2017, Az. 601 M 6048/16; AG Bra­ke, Be­schluss vom 25.4.2013, Az. 6 M 380/13, Beck­RS 2013, 16359).

Ein ge­ne­rel­les Mus­ter für den Nach­bes­se­rungs­an­trag fin­den sie hier und ein um­fas­sen­des kom­men­tier­tes Mus­ter mit For­mu­lie­rungs­bei­spie­len für die ty­pi­schen Fall­kon­stel­la­tio­nen ha­be ich hier ver­fasst. Ei­ne er­neu­te Ver­mö­gens­aus­kunft kommt da­ge­gen nur un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des § 802d ZPO, § 284 Abs. 4 AO und ver­gleich­ba­rer lan­des­recht­li­cher Vor­schrif­ten (z.B. § 22a Abs. 1 S. 2 VwVG LSA) in Be­tracht.

Bit­te be­ach­ten Sie die Nut­zungs­be­din­gun­gen.

An­trags­recht des Dritt­gläu­bi­gers auf Nach­bes­se­rung der Ver­mö­gens­aus­kunft