Mehr­ar­beits­ver­gü­tung in der Pfändung

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Nach § 850a Nr. 1 ZPO ist die Hälf­te der “für die Leis­tung von Mehr­ar­beits­stun­den ge­zahl­ten Tei­le des Ar­beits­ein­kom­mens” un­pfänd­bar. Doch was heißt das ge­nau? Ab liegt tat­säch­lich ei­ne Mehr­ar­beit in die­sem Sin­ne vor? Da­zu fol­gen­des Bei­spiel: Der Schuld­ner In­go Not­la­ge ar­bei­tet 35 Wo­chen­stun­den bei der Mus­ter­bank AG für 1.000,00 € net­to mo­nat­lich. Es han­delt sich um die nach dem dor­ti­gen Ta­rif­ver­trag üb­li­che Wo­chen­ar­beits­zeit. Wei­te­re 5 Wo­chen­stun­den ar­bei­tet der Schuld­ner bei der Mus­ter­hau­sen GmbH für 500,00 € net­to monatlich. 

Da­zu das LG Wup­per­tal, Be­schluss vom 22.12.2021, Az. 16 T 188/21:

Zwar spielt es […] kei­ne Rol­le, ob die Mehr­ar­beit bei dem­sel­ben oder ei­nem an­de­ren Ar­beits­ge­ber er­bracht wird, da Mehr­ar­beits­stun­den auch bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber in der Form ei­ner Ne­ben­tä­tig­keit au­ßer­halb der üb­li­chen Ar­beits­zeit er­bracht wer­den kön­nen […]. Ei­ne Mehr­ar­beits­zeit im Sin­ne des § 850a Nr. 1 liegt aber des­halb nicht vor, weil der Schuld­ner die Ne­ben­tä­tig­keit bei dem Dritt­schuld­ner zu 2 nicht au­ßer­halb der üb­li­chen Voll­be­schäf­ti­gungs­zeit er­bringt. Zwar übt der Schuld­ner nach dem mit der Dritt­schuld­ne­rin zu 1 ge­schlos­se­nen Ar­beits­ver­trag bei die­ser ei­ne Voll­zeit­be­schäf­ti­gung aus. Je­doch be­trägt die re­gel­mä­ßi­ge wö­chent­li­che Ar­beits­zeit bei der Dritt­schuld­ne­rin zu 1 nach den ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen le­dig­lich 35 Stun­den und liegt mit­hin un­ter­halb de…

von Martin Benner

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