Ver­stirbt der Schuld­ner und hin­ter­lässt er meh­re­re Mit­er­ben, stellt sich die Fra­ge, wie die Nach­lass­ver­bind­lich­keit im ge­richt­li­chen Mahn­ver­fah­ren ti­tu­liert wer­den soll­te.

Zu­nächst ist zu be­rück­sich­ti­gen, dass die Mit­er­ben für (ge­mein­schaft­li­che) Nach­lass­ver­bind­lich­kei­ten ge­samt­schuld­ne­risch haf­ten (§ 2058 BGB). Der Gläu­bi­ger ei­ner ent­spre­chen­den Nach­lass­ver­bind­lich­keit kann sich da­her aus­su­chen, ge­gen wel­chen Mit­er­ben er in wel­cher Hö­he im Mahn­ver­fah­ren vor­geht (§ 421 BGB). Er kann ei­nen, ein­zel­ne oder al­le ganz oder teil­wei­se in An­spruch neh­men. Die Erb­quo­ten sind da­bei un­er­heb­lich und nur für das In­nen­ver­hält­nis der Mit­er­ben un­ter­ein­an­der re­le­vant.

Soll­te der Gläu­bi­ger das Mahn­ver­fah­ren al­so ge­gen ei­nen, ein­zel­ne oder al­le Mit­er­ben ganz oder teil­wei­se durch­füh­ren? Da­bei ist zu be­ach­ten, dass je­der Mit­er­be bis zur Tei­lung des Nach­las­ses die so­ge­nann­te “Ein­re­de des un­ge­teil­ten Nach­las­ses” er­he­ben und da­mit bis zur Nach­las­s­tei­lung ei­ner Voll­stre­ckung in sein (sons­ti­ges) Pri­vat­ver­mö­gen ent­ge­gen­tre­ten kann (§ 2059 Abs. 1 BGB). In den un­ge­teil­ten Nach­lass kann der Gläu­bi­ger ei­ner Nach­lass­ver­bind­lich­keit wie­der­um nur voll­stre­cken, wenn er ei­nen Ti­tel ge­gen al­le Er­ben hat (§ 747 ZPO; vgl. auch § 2059 Abs. 2 BGB). Um des­halb in je­dem Fall die Mög­lich­keit zur Voll­stre­ckung in den un­ge­teil­ten Nach­lass zu er­hal­ten, soll­te der Gläu­bi­ger ei­ner Nach­lass­ver­bind­lich­keit im Mahn­ver­fah­ren grund­sätz­lich al­le Mit­er­ben in vol­ler Hö­he als Ge­samt­schuld­ner in An­spruch neh­men. Da­zu sind im au­to­ma­ti­sier­ten Ver­fah­ren al­le Mit­er­ben als An­spruchs­geg­ner zu er­fas­sen. Au­ßer­dem ist an­zu­ge­ben, dass die Mit­er­ben Ge­samt­schuld­ner sind.

Hat ein Mit­er­be be­reits ei­nen Teil der For­de­rung ge­zahlt (zB 250 €, weil dies sei­nem Erb­teil von 1/4 bei ei­ner Ge­samt­for­de­rung von 1.000 € ent­spricht), än­dert das an der ge­samt­schuld­ne­ri­schen Haf­tung nichts. Die Zah­lung min­dert die Nach­lass­ver­bind­lich­keit. Für die Rest­for­de­rung (750 €) kön­nen wie­der­um al­le Mit­er­ben als Ge­samt­schuld­ner oh­ne Rück­sicht auf die Erb­quo­ten im Mahn­ver­fah­ren in An­spruch ge­nom­men wer­den (ein­schließ­lich des Mit­er­ben, der die Teil­zah­lung ge­leis­tet hat).

Bit­te be­ach­ten Sie die Nut­zungs­be­din­gun­gen.

Mahn­ver­fah­ren bei Nach­lass­ver­bind­lich­kei­ten und Er­ben­ge­mein­schaf­ten