RE­DAK­TIO­NEL­LER LEITSATZ

Der not­wen­di­ge ei­ge­ne Un­ter­halt des Schuld­ners nach § 850d ZPO ist auf Null fest­zu­set­zen bzw. zu re­du­zie­ren, wenn der not­wen­di­ge Be­darf des Schuld­ners durch die Ein­künf­te sei­nes Ehe­gat­ten tat­säch­lich ge­deckt ist.

LG Leip­zig, Be­schluss vom 24.07.2020, Az. 7 T 378/20

TE­NOR

1. Auf die so­for­ti­ge Be­schwer­de des Gläu­bi­gers wird der Pfän­dungs- und Über­wei­sungs­be­schluss des Amts­ge­richts Leip­zig vom 18.06.2020 (Az.: 445 M 7936/20) da­hin ab­ge­än­dert, dass der dem Schuld­ner pfand­frei zu be­las­sen­de Be­trag – statt auf 834,09 € – auf (nur) 751,95 € fest­ge­setzt wird.

2. Der Schuld­ner hat die Kos­ten des Be­schwer­de­ver­fah­rens zu tragen.

GRÜN­DE

I. Der Gläu­bi­ger be­treibt we­gen (über­ge­gan­ge­ner und in zwei Voll­stre­ckungs­be­schei­den des AG Aschers­le­ben vom 12.08.2019 und 15.11.2019 ti­tu­lier­ter rück­stän­di­ger) Un­ter­halts­for­de­run­gen (nebst Zin­sen und Kos­ten) die Zwangs­voll­stre­ckung ge­gen den Schuld­ner, der mit sei­ner Ehe­frau zu­sam­men­lebt und zwei Kin­dern un­ter­halts­pflich­tig ist (ein Kind er­hält Natural‑, ein an­de­res Bar­un­ter­halt von 330,- €). Er hat hier­we­gen am 21.04.2020 den Er­lass ei­nes Pfän­dungs- und Über­wei­sungs­be­schlus­ses so­wie – zu­gleich – un­ter Hin­weis auf das 2.000,- € be­tra­gen­de Ein­kom­men sei­ner (nicht ge­trennt le­ben­den) Ehe­frau die Her­ab­set­zung des dem Schuld­ner pfand­frei zu be­las­sen­den Be­tra­ges auf (nur) 751,95 € be­an­tragt. Letz­te­res hat das Amts­ge­richt in sei­nem am 18.06.2020 er­las­se­nen, u.a. die Lohn­zah­lungs­for­de­run­gen des Schuld­ners ge­gen die Dritt­schuld­ner pfän­den­den und dem Gläu­bi­ger zur Ein­zie­hung über­wei­sen­den und dem Gläu­bi­ger am 08.07.2020 zu­ge­stell­ten Be­schluss ab­ge­lehnt und den pfand­frei­en Be­trag auf 834,09 € fest­ge­setzt. Hier­ge­gen wen­det sich das am 10.07.2020 beim Land­ge­richt ein­ge­gan­ge­ne Rechts­mit­tel des Gläu­bi­gers, der sei­nen Her­ab­set­zungs­an­trag wei­ter­ver­folgt. Das Amts­ge­richt hat der Be­schwer­de un­ter Hin­weis dar­auf nicht ab­ge­hol­fen, dass das Ein­kom­men des (nicht ge­trennt le­ben­den) Ehe­gat­ten des Schuld­ners nicht be­darfs­min­dernd ein­ge­setzt wer­den müs­se, um die (vor­ran­gi­ge) Be­darfs­de­ckung des Schuld­ners aus sei­nem ei­ge­nen Ein­kom­men au­ßer Kraft zu setzen.

Hin­sicht­lich der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Vor­brin­gens des Gläu­bi­gers wird auf den An­trag und sei­ne Be­schwer­de­schrift verwiesen.

II. Das Rechts­mit­tel ist ge­mäß §§ 793, 567 ff. ZPO zu­läs­sig, wur­de ins­be­son­de­re frist­ge­recht (zu­läs­si­ger­wei­se und fris­t­wah­rend di­rekt beim Land­ge­richt) ein­ge­legt. Der Gläu­bi­ger ist mit sei­nem An­trag auf Her­ab­set­zung des pfand­frei­en Be­tra­ges ab­ge­lehnt wor­den, so dass ihm (so­gleich) die so­for­ti­ge Be­schwer­de (und nicht – nur – die Er­in­ne­rung nach § 766 ZPO) zu­steht (Zöl­ler, ZPO, § 850d Rn. 15).

In der Sa­che hat die Be­schwer­de auch Erfolg.

Das Amts­ge­richt hät­te bei rich­ti­ger An­wen­dung des § 850d ZPO den Pfän­dungs- und Über­wei­sungs­be­schluss vom 18.06.2020 da­hin­ge­hend er­las­sen müs­sen, dass der not­wen­di­ge Be­darf und da­mit der pfän­dungs­frei zu be­las­sen­de Be­trag des Schuld­ners – wie be­an­tragt – auf 751,95 € fest­ge­setzt wird. Bei – wie hier – nicht ge­trennt le­ben­den Ehe­gat­ten muss das Voll­stre­ckungs­ge­richt oh­ne Rück­sicht auf ge­setz­li­che Un­ter­halts­an­sprü­che we­gen der aus § 19 1 SGB XII (2003), §§ 19 1, 27 1 und II SGB XII fol­gen­den Wert­ent­schei­dung auch die Ein­künf­te des Ehe­gat­ten in die Prü­fung der Be­darfs­de­ckung mit einbeziehen.

Die Re­ge­lung in § 850 d ZPO ist Be­stand­teil der Vor­schrif­ten über den Pfän­dungs­schutz bei Ar­beits­ein­kom­men. Sie dient als Aus­druck des So­zi­al­staats­prin­zips (Art. 20 GG) auch dem Zweck, dem Schuld­ner ein men­schen­wür­di­ges Le­ben zu er­mög­li­chen (vgl. BGH NJW-RR 2004, 789; Stö­ber, For­de­rungs­pfän­dung, 15. Aufl., Rdnr. 872). Dar­über hin­aus soll im öf­fent­li­chen In­ter­es­se ver­hin­dert wer­den, dass dem Schuld­ner durch Voll­stre­ckungs­maß­nah­men das Exis­tenz­mi­ni­mum ge­nom­men wird mit der Fol­ge, dass das Feh­len­de durch So­zi­al­hil­fe er­setzt und die For­de­rung des Gläu­bi­gers letzt­lich von der All­ge­mein­heit aus Steu­er­mit­teln be­dient wer­den müss­te (Musielak/Becker, ZPO, 9. Aufl., § 850 c Rdnr. 1; Kes­sal-Wulf, in: Schuschke/Walker, Voll­stre­ckung u. vor­läu­fi­ger Rechts­schutz, 5. Aufl., § 850 f Rdnr. 14). Durch den dem Schuld­ner nach § 850f Abs. 2 Halbs. 2 ZPO zu be­las­sen­den Frei­be­trag ist die­ser da­vor ge­schützt, dass sein ver­blei­ben­des Rest­ein­kom­men un­ter den So­zi­al­hil­fe­be­darf ab­sinkt (vgl. Stö­ber, Rn. 1196 i. V. mit 1094, 1176i, Stein/Jonas/Brehm, ZPO, 22. Aufl., § 850f Rn. 2 u. 17). Dem Schuld­ner ist we­nigs­tens der Be­trag zu be­las­sen, den er auch sei­tens der So­zi­al­leis­tungs­trä­ger be­kä­me (Kes­sal-Wulf, in: Schuschke/Walker, § 850f Rn. 14, Stein/Jonas/Brehm, § 850 f Rn. 17).

Aus § 850d ZPO er­gibt sich nicht, wie hoch der dem Schuld­ner pfand­frei ver­blei­ben­de Be­trag ist. Maß­ge­bend ist, wie viel der Schuld­ner für sei­nen not­wen­di­gen Un­ter­halt be­nö­tigt. Für den Be­griff des not­wen­di­gen Un­ter­halts in § 850d ZPO hat der BGH ent­schie­den, dass die­ser grund­sätz­lich dem not­wen­di­gen Le­bens­un­ter­halt im Sin­ne des 3. und 11. Ka­pi­tels des Zwölf­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch ent­spricht (BGH NJW-RR 2011, 706; NJOZ 2011, 719; FamRZ 2010, 1654; NJW-RR 2008, 733; BGHZ 162, 234 = NJW 2005, 1279). Dies heißt in­des nicht, dass die Mit­tel für den not­wen­di­gen Be­darf dem Schuld­ner zu be­las­sen sind. Viel­mehr muss das Voll­stre­ckungs­ge­richt bei der Er­mitt­lung des pfand­frei­en Be­trags ge­mäß § 850 d ZPO prü­fen, ob der not­wen­di­ge Be­darf des Schuld­ners ganz oder teil­wei­se durch wei­te­res Ein­kom­men oder geld­wer­te Na­tu­ral­leis­tun­gen ge­deckt ist (vgl. Stein/Jonas/Brehm, § 850d Rn. 29; Lü­ke, in: Wieczorek/Schütze, ZPO, 3. Aufl., § 850d Rn. 31; Musielak/Becker, § 850d Rn. 11; Zöller/Stöber, ZPO, 29. Aufl., § 850e Rn. 3; Rie­del, in: Vorwerk/Wolf, Beck­OK-ZPO, Stand: 15. 7. 2012, § 850d Rn. 39; Stö­ber, Rn. 1104). Da dem Schuld­ner im An­wen­dungs­be­reich des § 850d ZPO nach der Recht­spre­chung des BGH (NJW-RR 2011, 706) nicht we­ni­ger, aber auch nicht mehr be­las­sen wer­den soll, als er zur De­ckung des so­zi­al­hil­fe­recht­li­chen Exis­tenz­mi­ni­mums im Sin­ne des SGB XII be­darf, sind die dort für die An­rech­nung von Ein­kom­men und geld­wer­ten Vor­tei­len maß­ge­ben­den Grund­sät­ze auch bei der Er­mitt­lung des dem Schuld­ner nach § 850d ZPO pfand­frei zu be­las­sen­den Be­trags zu be­rück­sich­ti­gen. Ist näm­lich der not­wen­di­ge Be­darf des Schuld­ners und da­mit sein so­zi­al­hil­fe­recht­li­ches Exis­tenz­mi­ni­mum durch an­de­re Ein­nah­men und geld­wer­te Vor­tei­le ge­deckt, dann be­steht die Ge­fahr des Ab­sin­kens des Schuld­ners un­ter die Schwel­le der So­zi­al­hil­fe­be­dürf­tig­keit durch ei­ne Pfän­dung sei­nes Ar­beits­ein­kom­mens und da­mit ei­ne Be­frie­di­gung der Gläu­bi­ger zu Las­ten des So­zi­al­staats we­gen des aus § 21 SGB XII fol­gen­den Grund­sat­zes des Nach­rangs der So­zi­al­hil­fe nicht. Nach die­sem Grund­satz, der in §§ 19 I, 27 I und II SGB XII in der ab dem 1.1.2011 gel­ten­den Fas­sung für die Hil­fe zum Le­bens­un­ter­halt kon­kre­ti­siert wird, ist So­zi­al­hil­fe nur dem­je­ni­gen zu leis­ten, der sei­nen Be­darf nicht aus ei­ge­nen Mit­teln und Kräf­ten be­strei­ten kann. Ist hin­rei­chen­des Ein­kom­men oder Ver­mö­gen zur De­ckung des maß­geb­li­chen Be­darfs vor­han­den, ent­fällt die Hil­fe­be­dürf­tig­keit und da­mit der An­spruch auf Hil­fe zum Le­bens­un­ter­halt. Dem­entspre­chend min­dern an­de­re Ein­nah­men und geld­wer­te Vor­tei­le, so­weit sie dem Schuld­ner tat­säch­lich zur Ver­fü­gung ste­hen und nicht ein be­son­de­rer Zweck des Be­zugs dies im Ein­zel­nen ganz oder teil­wei­se ver­bie­tet (vgl. Stein/Jonas/Brehm, 850d Rn. 29), den Frei­be­trag, der ihm aus sei­nem ge­pfän­de­ten Ar­beits­ein­kom­men zu be­las­sen ist. Dies kann im Ein­zel- und Ex­trem­fall auch da­zu füh­ren, dass die Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen Pfän­dungs­frei­be­trag nach § 850d ZPO gänz­lich ent­fal­len (vgl. Stö­ber, Rn. 1104; Lu­ke, in: Wieczorek/Schütze, § 850 d Rn. 31; Stein/Jonas/Brehm, § 850d Rn. 29 in Fußn. 84). Nach Maß­ga­be von § 27 I| 2 SGB XIII in der ab dem 01.01.2011 gel­ten­den Fas­sung wer­den das Ein­kom­men und das Ver­mö­gen von nicht ge­trennt le­ben­den Ehe­gat­ten un­mit­tel­bar und un­be­scha­det zi­vil­recht­li­cher Be­stim­mun­gen des Un­ter­halts­rechts wie Ein­kom­men und Ver­mö­gen des Hil­fe­su­chen­den selbst an­ge­se­hen (Grube/Wahrendorf, SGB XII, 4. Aufl., § 27 Rn. 6; Kreikebohm/Coseriu, § 19 Rn. 3). Die Be­rück­sich­ti­gung auch des Ein­kom­mens und Ver­mö­gens des nicht ge­trennt le­ben­den Ehe­gat­ten geht von der recht­li­chen oder sitt­li­chen Ein­stands- und Un­ter­stüt­zungs­pflicht in­ner­halb der Ver­ant­wor­tungs- und Ein­stands­ge­mein­schaft so­wie der Er­fah­rung aus, dass in ei­ner ehe­li­chen Haus­halts­ge­mein­schaft „aus ei­nem Topf ge­wirt­schaf­tet wird und dass die Be­dürf­nis­se des nicht dau­ernd ge­trennt le­ben­den Ehe­gat­ten aus den ge­mein­sa­men Bei­trä­gen oh­ne Rück­sicht auf ge­setz­li­che Un­ter­halts­an­sprü­che be­frie­digt wer­den. Die Per­son der Ein­satz­ge­mein­schaft, die Ein­kom­men er­zielt, muss ihr Ein­kom­men, das den ei­ge­nen Be­darf über­steigt, den an­de­ren Per­so­nen zu de­ren Be­darfs­de­ckung zur Ver­fü­gung stel­len (Grube/Wahrendorf, § 27 Rn. 8). Ist der Be­darf des Hil­fe­be­dürf­ti­gen durch das Ein­kom­men sei­nes Ehe­gat­ten tat­säch­lich ge­deckt, er­hält er kei­ne So­zi­al­hil­fe. We­gen die­ser ge­setz­ge­be­ri­schen Wert­ent­schei­dung im So­zi­al­hil­fe­recht be­stehen auch für den Be­reich des Zwangs­voll­stre­ckungs­rechts kei­ne Be­den­ken, den pfän­dungs­frei­en Be­trag für den not­wen­di­gen ei­ge­nen Un­ter­halt des Schuld­ners nach § 850d ZPO auf Null fest­zu­set­zen (bzw. – wie hier – zu re­du­zie­ren) und das Ar­beits­ein­kom­men des Schuld­ners dem (vol­len) Zu­griff sei­ner Gläu­bi­ger preis­zu­ge­ben, wenn der not­wen­di­ge Be­darf des Schuld­ners durch die Ein­künf­te sei­nes Ehe­gat­ten tat­säch­lich ge­deckt ist (vgl. zum Tat­säch­lich­keits­prin­zip Grube/Mahrendorf, S 27 Rn. 7; Kreikebohm/Coseriu, § 19 Rn. 3).

Der Be­rück­sich­ti­gung der Ein­künf­te der Ehe­gat­tin steht ins­be­son­de­re nicht ent­ge­gen, dass die­se da­durch für Un­ter­halts­for­de­run­gen z.B. des vor­he­ri­gen Ehegatten/in wirt­schaft­lich ein­zu­ste­hen hat. Die­ses vom Amts­ge­richt (un­ter Hin­weis auf Zöller/Stöber, ZPO, § 850f Rn. 10, § 850d Rn. 10 a.E.) an­ge­führ­te Ar­gu­ment geht auf ei­ne ver­brei­te­te An­sicht im Schrift­tum zu­rück, wo­nach der Ei­gen­ver­dienst des Ehe­gat­ten nicht da­zu be­stimmt sei, dem Gläu­bi­ger des Schuld­ners Be­frie­di­gung zu er­mög­li­chen (Stö­ber, Rn. 1105; Musielak/Becker, S 850 d Rn. 113; Lü­ke, in: Wieczorek/Schütze, 5 850 d Rn. 33; Kes­sal-Wulf, in: Schuschke/Walker, § 850 d Rn. 7). Aus die­sem Grund sei das Ein­kom­men des Ehe­gat­ten nur bei der Fest­stel­lung zu be­rück­sich­ti­gen, ob und in wel­chem Um­fang der Schuld­ner sei­nem Ehe­gat­ten ge­gen­über noch lau­fen­de ge­setz­li­che Un­ter­halts­pflich­ten zu er­fül­len hat und ob da­her über den ei­ge­nen not­wen­di­gen Un­ter­halt des Schuld­ners hin­aus in den Frei­be­trag ein zu­sätz­li­cher Be­trag zur Er­fül­lung die­ser ge­setz­li­chen Un­ter­halts­pflicht ein­zu­stel­len ist (Stö­ber, Rn. 1105; Zöller/Stöber. § 850d Rn. Il a; Musielak/Becker, § 850d Rn. 11; Lü­ke, in: Wieczorek/Schütze, § 850d Rn. 33; Rie­del, in: Beck­OKZPO, § 850d Rn. 41; Baumbach/Lauterbach/Albers/ Hart­mann, ZPO, 70. Aufl., § 850d Rn. 13, 15).

Die­se Sicht­wei­se geht in­des fehl und ist ins­be­son­de­re mit der Recht­spre­chung des BGH (NJW 2013, 1370) nicht (mehr) zu ver­ein­ba­ren (vgl. auch: LG Frankfurt/Main, Be­schluss vom 02.12.2016 — Az.: 2 – 09 T 237/16 -, zi­tiert nach ju­ris). Das Ein­kom­men des Ehe­gat­ten dient nicht da­zu, dem Gläu­bi­ger des Schuld­ners Be­frie­di­gung zu er­mög­li­chen, son­dern es wird le­dig­lich im Rah­men der Er­mes­sens­ent­schei­dung nach § 850d ZPO bei der Fra­ge, ob der not­wen­di­ge Be­darf des Schuld­ners ganz oder zum Teil hier­durch ge­deckt ist, be­rück­sich­tigt. Dies hat sei­ne Recht­fer­ti­gung in der oben an­ge­führ­ten ge­setz­ge­be­ri­schen Wert­ent­schei­dung im So­zi­al­hil­fe­recht, die auch für die Er­mitt­lung des pfand­frei­en Be­trags in § 850d ZPO be­stim­mend ist. Ist der da­nach maß­geb­li­che not­wen­di­ge Be­darf des Schuld­ners durch das Ein­kom­men sei­nes in Ein­satz­ge­mein­schaft mit ihm le­ben­den Ehe­gat­ten tat­säch­lich ge­deckt, gibt es kei­nen Grund, war­um der Gläu­bi­ger nicht in vol­lem Um­fang pri­vi­le­gier­ten Zu­griff nach § 850d ZPO auf das Ar­beits­ein­kom­men des Schuld­ners er­hal­ten sollte.

Nach die­sen Grund­sät­zen war – dem kor­rek­ten An­trag des Gläu­bi­gers ent­spre­chend und in (in­so­wei­ti­ger) Ab­än­de­rung des amts­ge­richt­li­chen Be­schlus­ses – der pfand­frei zu be­las­sen­de Be­trag auf 751,95 € her­ab-/fest­zu­set­zen.

Der Schuld­ner war im hier ein­sei­ti­gen. Be­schwer­de­ver­fah­ren nach (in­so­weit teil­wei­se) ab­ge­lehn­tem Pfän­dungs­an­trag nicht zu hö­ren (vgl. LG Ha­gen Ju­r­Bü­ro 2015, 325; Zöl­ler, ZPO, § 834 Rn. 2).

Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus §§ 788, 91 Abs. 1 ZPO.

LG Leip­zig: Be­rück­sich­ti­gung des Ehe­gat­ten­ein­kom­mens bei der Hö­he des pfand­frei­en Be­tra­ges nach § 850d ZPO