Ein sieb­zehn­jäh­ri­ger Ju­gend­li­cher lebt seit De­zem­ber 2016 in ei­ner Pfle­ge­fa­mi­lie. Im 2. Quar­tal 2017 schließt er er­folg­reich sei­ne schu­li­sche Aus­bil­dung mit dem Haupt­schul­ab­schluss ab und be­ginnt ab dem 01.08.2017 ei­ne be­trieb­li­che Aus­bil­dung zum Fri­seur. Sei­ne Aus­bil­dungs­ver­gü­tung be­trägt im 1. Lehr­jahr 200 € im Mo­nat, im 2. Aus­bil­dungs­jahr 235 € und 3. Aus­bil­dungs­jahr 325 €. Mit Be­scheid vom 28.07.2017 setzt das Ju­gend­amt ge­mäß §§ 91 bis 94 SGB VIII ei­nen Kos­ten­bei­trag ge­gen den Ju­gend­li­chen fest, der ab dem 01.08.2017 mo­nat­lich 150,00 €, ab dem 01.08.2018 176,25 € und ab dem 01.08.2019 243,75 € be­trägt. Zur Be­grün­dung führt das Ju­gend­amt aus, dass dem Ju­gend­li­chen seit dem 16.12.2016 Hil­fe nach § 33 SGB VIII in ei­ner Fa­mi­li­en­pfle­ge­stel­le ge­währt wer­de und die Kos­ten hier­für vom Trä­ger der öf­fent­li­chen Ju­gend­hil­fe ge­tra­gen wür­den. Nach dem der­zei­ti­gen Ein­kom­men und Ver­mö­gen kön­ne dem Ju­gend­li­chen ein Kos­ten­bei­trag in Hö­he von 75% der Aus­bil­dungs­ver­gü­tung zu­ge­mu­tet wer­den. Da­ge­gen legt der Ju­gend­li­che Wi­der­spruch ein, der je­doch er­folg­los bleibt. Das VG Leip­zig hebt al­ler­dings den Kos­ten­be­scheid und den Wi­der­spruchs­be­scheid mit Ur­teil vom 21.11.2019, Az. 5 K 526/18, auf.

Da es bun­des­weit im­mer wie­der zu ver­gleich­ba­ren Sach­ver­hal­ten kommt, war es an der Zeit, das The­ma der Her­an­zie­hung jun­ger Men­schen zu den Kos­ten voll­sta­tio­nä­rer Ju­gend­hil­fe­leis­tun­gen aus ih­rem Ein­kom­men um­fas­send dar­zu­stel­len. Des­halb ha­be ich da­zu ei­nen Über­blicks­auf­satz ver­fasst, der in der NZ­Fam 2020, 414 – 420 er­schie­nen ist und hier ab­ge­ru­fen wer­den kann. Die Glie­de­rung:

I. Re­ge­lung
1. Tat­be­stand
a) Kos­ten­bei­trags­pflich­te Leis­tung
b) Kei­ne Zweck­ge­fähr­dung oder be­son­de­re Här­te
aa) Zweck­ge­fähr­dung
bb) Be­son­de­re Här­te
2. Rechts­fol­ge
a) Kos­ten­bei­trags­pflich­ti­ge Per­son
b) Hö­he des Kos­ten­bei­trags
aa) Maß­geb­li­ches Ein­kom­men
(1) Ar­ten
(2) Zeit­raum
(3) Be­rei­ni­gung
bb) Um­fang der Her­an­zie­hung
(1) Pri­vi­le­gier­te Tä­tig­keit
(2) Pro­zent­satz
c) Ab­se­hen we­gen un­an­ge­mes­se­nem Ver­wal­tungs­auf­wand
II. Be­scheid­tech­ni­sche Um­set­zung
III. Re­form
1. Bis­he­ri­ge Vor­ha­ben
2. Lö­sungs­vor­schlag
a) Um­fang der Her­an­zie­hung
b) Pri­vi­le­gie­rung und Er­mes­sens­aus­übung
c) Maß­geb­li­ches Ein­kom­men
IV. Fa­zit

Ben­ner NZ­Fam 2020, 414 – 420

Bit­te be­ach­ten Sie die Nut­zungs­be­din­gun­gen.

Kos­ten­her­an­zie­hung bei Pfle­ge­kin­dern