Nicht we­ni­ge ar­beits­lo­se Schuld­ner ha­ben kein ei­ge­nes Kon­to und das Job­cen­ter über­weist das ALG II für die Be­darfs­ge­mein­schaft auf das Kon­to ih­rer nicht-schuld­ne­ri­schen Le­bens­ge­fähr­tin. Der Gläu­bi­ger kann in die­ser Kon­stel­la­ti­on den Her­aus­ga­be­an­spruch des Schuld­ners ge­gen die Le­bens­ge­fähr­tin nach § 667 BGB pfän­den und sich zur Ein­zie­hung über­wei­sen las­sen. Doch was pas­siert, wenn der Schuld­ner dar­auf­hin beim Amts­ge­richt die Frei­ga­be der Be­trä­ge be­an­tragt, die der Hö­he nach sei­nem ALG-II-An­spruch ent­spre­chen? Wie soll­te der Gläu­bi­ger Stel­lung nehmen? 

Die ein­zi­ge Rechts­grund­la­ge, auf die das Amts­ge­richt in der­ar­ti­gen Fäl­len ei­ne Frei­ga­be stüt­zen könn­te, ist § 765a ZPO. Da die Le­bens­ge­fähr­tin we­der Kre­dit­in­sti­tut noch So­zi­al­leis­tungs­trä­ger ist, sind we­der § 850k ZPO noch § 54 Abs. 4 SGB I i.V.m. § 850c ZPO an­wend­bar (vgl. BVerfG, Be­schluss vom 29.05.2015, Az. 1 BvR 163/15).

Das LG Ber­lin hat­te 2019 ei­nen ent­spre­chen­den Fall zu entscheide…

Kon­to­lei­he und Arbeitslosengeld