Dass Voll­stre­ckungs­be­hör­den für die Bei­trei­bung von Re­al­steu­ern und — theo­re­tisch — bei ei­ner Zu­stim­mung des Schuld­ners ei­nen Kon­ten­ab­ruf durch­füh­ren dür­fen (§ 93 Abs. 7 S. 1 Nr. 4, 5 AO), ist weit­ge­hend be­kannt. Noch nicht rich­tig her­um­ge­spro­chen hat sich, dass § 93 AO be­reits im Ju­li 2017 ge­än­dert wur­de. Seit­her heißt es in § 93 Abs. 8 S. 2 AO:

Die für die Voll­stre­ckung nach dem Ver­wal­tungs­voll­stre­ckungs­ge­setz und nach den Ver­wal­tungs­voll­stre­ckungs­ge­set­zen der Län­der zu­stän­di­gen Be­hör­den dür­fen zur Durch­füh­rung der Voll­stre­ckung das Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern er­su­chen, bei den Kre­dit­in­sti­tu­ten die in § 93b Ab­satz 1 be­zeich­ne­ten Da­ten ab­zu­ru­fen, wenn
1. der Voll­stre­ckungs­schuld­ner sei­ner Pflicht, ei­ne Ver­mö­gens­aus­kunft zu er­tei­len, nicht nach­kommt oder
2. bei ei­ner Voll­stre­ckung in die Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de, die in der Ver­mö­gens­aus­kunft an­ge­ge­ben sind, ei­ne voll­stän­di­ge Be­frie­di­gung der For­de­rung, we­gen der die Ver­mö­gens­aus­kunft ver­langt wird, vor­aus­sicht­lich nicht zu er­war­ten ist.

Auf die­ser Grund­la­ge kommt der Kon­ten­ab­ruf durch Voll­stre­ckungs­be­hör­den da­mit un­ab­hän­gig von der For­de­rungs­art in Be­tracht, z. B. auch für Hun­de- oder Zweit­wohn­sitz­steu­er. Ob der Ge­richts­voll­zie­her im Rah­men des Ver­wal­tungs­zwangs­ver­fah­rens um die Ab­nah­me der Ver­mö­gens­aus­kunft er­sucht wur­de oder die Voll­stre­ckungs­be­hör­de die Ver­mö­gens­aus­kunft selbst ab­neh­men woll­te, ist nicht ent­schei­dend.

Ein For­mu­lar stellt das Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern da­für al­ler­dings ak­tu­ell nicht zur Ver­fü­gung. Der Grund ver­birgt sich in § 26 Abs. 3 EGAO. Da­nach ist § 93 Abs. 8 AO in der obi­gen Fas­sung erst “ab dem 01. Ja­nu­ar 2020” an­zu­wen­den. Bis die er­wei­ter­ten Mög­lich­kei­ten zum Kon­ten­ab­ruf zur Ver­fü­gung ste­hen, muss da­her noch et­was ge­war­tet wer­den.

Die Lan­des­ver­wal­tungs­voll­stre­ckungs­ge­set­ze müs­sen üb­ri­gens nicht um ei­ne ent­spre­chen­de Er­he­bungs­be­fug­nis er­gänzt wer­den, weil sich die Be­fug­nis zum Er­su­chen­dür­fen be­reits un­mit­tel­bar aus § 93 Abs. 8 S. 2 AO er­gibt (Nie­der­säch­si­scher Land­tag, Drs. 18/03037, S. 13). Den­noch ein­ge­führ­te Er­gän­zun­gen ha­ben des­halb nur ei­ne klar­stel­len­de Be­deu­tung.

Bit­te be­ach­ten Sie die Nut­zungs­be­din­gun­gen.

Kon­ten­ab­ruf durch Voll­stre­ckungs­be­hör­den im Zu­sam­men­hang mit der Ver­mö­gens­aus­kunft