Her­aus­ga­be von Lohnabrechnungen

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[Er­wei­ter­te Fas­sung vom 20.05.2022] In vie­len Fäl­len ist es für den Gläu­bi­ger bzw. die Voll­stre­ckungs­be­hör­de in­ter­es­sant, nach ei­ner Pfän­dung Ein­blick in die Lohn­ab­rech­nun­gen des Schuld­ners zu neh­men. Doch wer ist auf wel­chem Weg zur Her­aus­ga­be verpflichtet?

1. Her­aus­ga­be durch den Schuldner

Der Schuld­ner ist ver­pflich­tet, für die Dau­er der Pfän­dung die Lohn-/Ge­halts­ab­rech­nun­gen an den Gläu­bi­ger her­aus­zu­ge­ben. Das gilt so­wohl in der öf­fent­lich- als auch in der pri­vat-recht­li­che Voll­stre­ckung (§ 836 Abs. 3 S. 1 ZPO und zB § 315 Abs. 1 S. 1 AO). Die­se Her­aus­ga­be­pflicht be­steht kraft Ge­set­zes, d. h. sie be­darf kei­ner Anordnung. 

Gibt der Schuld­ner die Ab­rech­nun­gen nicht frei­wil­lig her­aus, kann der Gläu­bi­ger bzw. die Voll­stre­ckungs­be­hör­de den Ge­richts­voll­zie­her bzw. den Voll­stre­ckungs­be­diens­te­ten mit der Weg­nah­me be­auf­tra­gen (§ 836 Abs. 3 S. 5 ZPO und zB 

von Martin Benner

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