Gläu­bi­ger­be­frie­di­gung ausgeschlossen”

Ein Gläu­bi­ger bzw. ei­ne Voll­stre­ckungs­be­hör­de stellt fest, dass der Schuld­ner im Schuld­ner­ver­zeich­nis ein­ge­tra­gen ist, weil die “Gläu­bi­ger­be­frie­di­gung aus­ge­schlos­sen” sei. Sie fragt sich, ob wei­te­re Voll­stre­ckungs­maß­nah­men, zB die Pfän­dung des be­kann­ten Kon­tos, des­halb kei­nen Sinn ma­chen bzw. ob sie über­haupt durch­ge­führt wer­den dürften.

Hin­ter­grund der Ein­tra­gung im Schuld­ner­ver­zeich­nis ist die Ver­mö­gens­aus­kunft des Schuld­ners. Wird sie bei­spiels­wei­se vor dem Ge­richts­voll­zie­her ab­ge­ge­ben, prüft er im Nach­gang, ob er ei­ne Ein­tra­gung des Schuld­ners im Schuld­ner­ver­zeich­nis an­ord­nen muss. Das ist un­ter an­de­rem der Fall, wenn 

ei­ne Voll­stre­ckung nach dem In­halt des Ver­mö­gens­ver­zeich­nis­ses of­fen­sicht­lich nicht ge­eig­net wä­re, zu ei­ner voll­stän­di­gen Be­frie­di­gung des Gläu­bi­gers zu füh­ren, auf des­sen An­trag die Ver­mö­gens­aus­kunft er­teilt […] wurde

§ 882c Abs. 1 S. 1 Nr. 2 ZPO

Der Ge­richts­voll­zie­her nimmt al­so ei­ne Pro­gno­se zur Gläu­bi­ger­be­frie­di­gung vor. Da­zu be­rück­sich­tigt er, 

  • die In­hal­te des Ver­mö­gens­ver­zeich­nis­ses (pfänd­ba­re kör­per­li­che Sa­chen, Kon­to­stand, P‑Konto, Lohn­hö­he usw.),
  • die gel­tend ge­mach­te For­de­rungs­hö­he und
  • ggf. be­kann­te Forderun…
von Martin Benner

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