Soll in den Nach­lass ei­nes ver­stor­be­nen Schuld­ners voll­streckt wer­den, sind aber die Er­ben un­be­kannt, ist es in be­stimm­ten Kon­stel­la­tio­nen er­for­der­lich, den un­be­kann­ten Er­ben ei­nen Ver­tre­ter zu be­stel­len. Das kann bei­spiels­wei­se ein Nach­lass­pfle­ger sein. Der An­trag — hier bei­spiel­haft für die Ver­wal­tungs­voll­stre­ckung — könn­te wie folgt aus­se­hen:

An das
Amts­ge­richt …
- Nach­lass­ge­richt -

Az. …

In der Nach­lass­sa­che des am … ge­bo­re­nen und am  … ver­stor­be­nen …, zu­letzt wohn­haft …,

be­an­tragt die Stadt … ge­mäß § 1961 BGB,

für den Nach­lass des oben ge­nann­ten Erb­las­sers ei­nen Nach­lass­pfle­ger zu be­stel­len.

Be­grün­dung

Die An­trag­stel­le­rin hat ge­gen den Erb­las­ser ei­nen be­stands­kräf­tig fest­ge­setz­ten An­spruch auf Zah­lung von …

Be­weis: Be­scheid vom …, Az. …

Der Erb­las­ser ist ver­stor­ben, be­vor die An­trag­stel­le­rin mit der Ver­wal­tungs­voll­stre­ckung ge­gen ihn be­gin­nen konn­te. Die Vor­aus­set­zun­gen von § 3 S. 2 VwVG BW lie­gen da­her nicht vor.

Ei­ne Per­son, die als Er­be in Be­tracht kommt, ist nicht be­kannt. Auf die Nach­lass­ak­te wird Be­zug ge­nom­men.

Der Er­be wird durch die Fest­set­zung im Be­scheid vom …, Az. …, ver­pflich­tet und haf­tet zu­min­dest mit dem Nach­lass (§§ 1922, 1967 Abs. 1 BGB). Die An­trag­stel­le­rin be­ab­sich­tigt da­her, die Ver­wal­tungs­voll­stre­ckung in den Nach­lass zu be­trei­ben. Da­für müs­sen zu­nächst die Vor­aus­set­zun­gen der Voll­stre­ckung für die Per­son des Er­ben ge­schaf­fen wer­den (§ 3 S. 1 VwVG BW), in­dem ihm ei­ne an die Fest­set­zung und Ge­samt­rechts­nach­fol­ge an­knüp­fen­de Zah­lungs­auf­for­de­rung be­kannt­ge­macht wird. An­schlie­ßend soll das der An­trag­stel­le­rin be­kann­te Kon­to des Erb­las­sers ge­pfän­det wer­den. Da­für ist die Be­stel­lung ei­nes Nach­lass­pfle­gers er­for­der­lich.

Rein vor­sorg­lich wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die An­trag­stel­le­rin für die Kos­ten der Nach­lass­pfleg­schaft nicht haf­tet und da­her auch nicht vor­schuss­pflich­tig ist (OLG Karls­ru­he, Be­schl. v. 14.07.2011, Az. 11 Wx 17/11, ju­ris).

Mit freund­li­chen Grü­ßen

© MaR­Tin Ben­ner

Bit­te be­ach­ten Sie die Nut­zungs­be­din­gun­gen.

Gläu­bi­ger­an­trag auf Be­stel­lung ei­nes Nach­lass­pfle­gers