In der Pra­xis kommt es im­mer wie­der vor, dass Un­ter­halts­gläu­bi­ger den Er­lass ei­nes Pfän­dungs- und Über­wei­sungs­be­schlus­ses we­gen rück­stän­di­gen Un­ter­halts be­an­tra­gen und der gel­tend ge­mach­te Rück­stand da­bei hin­ter dem im Ti­tel bzw. der Voll­stre­ckungs­klau­sel aus­ge­wie­se­nen Be­trag zu­rück­bleibt, weil es zu Un­ter­halts­her­ab­set­zun­gen ge­kom­men war. Vie­le Voll­stre­ckungs­ge­rich­te ver­lan­gen in die­sen Fäl­len ei­ne nach­voll­zieh­ba­re Rück­stands­be­rech­nung. Zu Recht?

Das LG Lü­ne­burg hat­te im Jahr 2013 ei­nen ver­gleich­ba­ren Sach­ver­halt zu ent­schei­den (LG Lü­ne­burg, Be­schluss vom 25.09.2013, Az. 5 T 83/13, JAmt 2013, 607). Ti­tu­liert war für die Zeit vom 01.07.2007 bis zum 31.07.2013 ein Be­trag von 9.854,57 €. Der Gläu­bi­ger mach­te in sei­nem An­trag auf Er­lass ei­nes Pfän­dungs- und Über­wei­sungs­be­schlus­ses je­doch nur 7.091,57 € für die Zeit vom 01.07.2007 bis 31.07.2012 gel­tend. Das Voll­stre­ckungs­ge­richt wies den An­trag zu­rück, weil der Gläu­bi­ger kei­ne For­de­rungs­auf­stel­lung vor­ge­legt hat­te, aus der sich die Zu­sam­men­set­zung des Be­trags von 7.091,57 € er­gab. Die da­ge­gen ein­leg­te so­for­ti­ge Be­schwer­de war er­folg­reich. Das LG Lü­ne­burg führ­te da­zu aus:

„Die For­de­rung ist be­stimm­bar, da sich der mo­nat­lich zu zah­len­de Un­ter­halt aus dem [Ti­tel] er­gibt. Es ist un­er­heb­lich, dass der Gläu­bi­ger die mo­nat­lich zu zah­len­den Un­ter­halts­for­de­run­gen in der For­de­rungs­auf­stel­lung für den Zeit­raum Ju­li 2007 bis Ju­li 2012 nicht im Ein­zel­nen auf­ge­lis­tet hat. Ei­ne ge­naue Be­rech­nung der For­de­rung muss nicht vor­ge­legt wer­den, die Hö­he des Un­ter­halts­rück­stands braucht nicht im Ein­zel­nen spe­zi­fi­ziert zu wer­den. Es ge­nügt, wenn der gel­tend ge­mach­te An­spruch den nach dem Schuld­ti­tel für die an­ge­ge­be­ne Zeit ins­ge­samt ge­schul­de­ten Un­ter­halt nicht über­steigt (Stö­ber, For­de­rungs­pfän­dung, 15. Aufl. 2010, Rn. 463).“

LG Lü­ne­burg, Be­schluss vom 25.09.2013, Az. 5 T 83/13, JAmt 2013, 607

Dem ist zu­zu­stim­men. Das Voll­stre­ckungs­ge­richt hat nur zu prü­fen, ob der gel­tend ge­mach­te Rück­stand nach dem Ti­tel auf­ge­lau­fen sein könn­te (LG Bo­chum DA­Vorm 1985, 809). Der Gläu­bi­ger muss des­halb kei­ne de­zi­dier­te Rück­stands­be­rech­nung vor­le­gen. Kon­se­quen­ter­wei­se sieht da­her auch die An­la­ge 3 zur ZVFV kei­ne Fel­der vor, um die Be­rech­nung ei­nes Un­ter­halts­rück­stands im Ein­zel­nen dar­zu­stel­len. Das amt­li­che For­mu­lar be­gnügt sich viel­mehr zu Recht mit der An­ga­be ei­ner Ge­samt­sum­me und des da­zu­ge­hö­ri­gen Zeit­raums.

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For­de­rungs­auf­stel­lung bei Pfän­dung we­gen Un­ter­halts­rück­stands