Der Gläu­bi­ger kann die Nach­bes­se­rung ei­ner Ver­mö­gens­aus­kunft ver­lan­gen, wenn (BGH, Be­schluss vom 15.12.2016, Az. I ZB 54/16):

a) aus dem Ver­mö­gens­ver­zeich­nis selbst er­sicht­lich ist, dass die An­ga­ben des Schuld­ner un­voll­stän­dig, un­ge­nau oder wi­der­sprüch­lich sind, oder
b) der Gläu­bi­ger glaub­haft macht, dass der Schuld­ner im Ver­mö­gens­ver­zeich­nis ver­se­hent­lich un­voll­stän­di­ge oder un­zu­tref­fen­de An­ga­ben ge­macht hat.

Der Ge­richts­voll­zie­her wird den Nach­bes­se­rungs­an­trag des Gläu­bi­gers — ein um­fas­sen­des kom­men­tier­tes Mus­ter ha­be ich hier ver­fasst — ab­leh­nen, wenn er meint, dass die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Nach­bes­se­rung nicht vor­lä­gen. Da­ge­gen kann sich der Gläu­bi­ger mit ei­ner Er­in­ne­rung nach § 766 Abs. 2 ZPO wen­den (“wenn ein Ge­richts­voll­zie­her sich wei­gert, ei­nen Voll­stre­ckungs­auf­trag zu über­neh­men”). Hat­te der Gläu­bi­ger die Nach­bes­se­rung be­an­tragt, weil der Schuld­ner im Ver­mö­gens­ver­zeich­nis ver­se­hent­lich un­zu­tref­fen­de An­ga­ben ge­macht hat­te, könn­te die Er­in­ne­rung wie folgt ge­stal­tet wer­den:

Amts­ge­richt […]

Er­in­ne­rung ge­mäß § 766 ZPO

In der Zwangs­voll­stre­ckungs­sa­che

[…]

– Gläu­bi­ger und Er­in­ne­rungs­füh­rer –

ge­gen

[…]

– Schuld­ner und Er­in­ne­rungs­geg­ner –

le­ge ich ge­gen die Wei­ge­rung des Ge­richts­voll­zie­hers [Na­me] vom […], Az. […], die Ver­mö­gens­aus­kunft des Schuld­ners vom […] nach­bes­sern zu las­sen, nach § 766 ZPO

Er­in­ne­rung

ein und be­an­tra­ge,

den Ge­richts­voll­zie­her [Na­me] an­zu­wei­sen, den An­trag des Gläu­bi­gers auf Nach­bes­se­rung der Ver­mö­gens­aus­kunft des Schuld­ners vom […] nicht aus den im Schrei­ben des Ge­richts­voll­zie­hers vom […], Az. […], ge­nann­ten Grün­den ab­zu­leh­nen.

Be­grün­dung

I. Sach­ver­halt

Der Schuld­ner hat am […] die Ver­mö­gens­aus­kunft ab­ge­ge­ben. Dar­in hat er an­ge­ge­ben, dass […].

Be­weis: Ver­mö­gens­ver­zeich­nis vom […]

Es hat sich her­aus­ge­stellt, dass die­se An­ga­be ver­se­hent­lich un­zu­tref­fend ist, weil […].

Der Gläu­bi­ger hat des­halb bei dem Ge­richts­voll­zie­her die Nach­bes­se­rung der Ver­mö­gens­aus­kunft be­an­tragt und durch […] glaub­haft ge­macht, dass die oben ge­nann­te An­ga­be ver­se­hent­lich un­zu­tref­fend war.

Be­weis: Schrei­ben des Gläu­bi­gers vom […]

Den An­trag zur Nach­bes­se­rung hat der Ge­richts­voll­zie­her ab­ge­lehnt.

Be­weis: Schrei­ben des Ge­richts­voll­zie­hers […] vom […], Az. […]

Da­ge­gen rich­tet sich die Er­in­ne­rung.

II. Recht­li­che Wür­di­gung

Der Gläu­bi­ger kann die Nach­bes­se­rung ei­ner Ver­mö­gens­aus­kunft ver­lan­gen, wenn (a) aus dem Ver­mö­gens­ver­zeich­nis selbst er­sicht­lich ist, dass die An­ga­ben des Schuld­ner un­voll­stän­dig, un­ge­nau oder wi­der­sprüch­lich sind, oder (b) der Gläu­bi­ger glaub­haft macht, dass der Schuld­ner im Ver­mö­gens­ver­zeich­nis ver­se­hent­lich un­voll­stän­di­ge oder un­zu­tref­fen­de An­ga­ben ge­macht hat (BGH, Be­schluss vom 15.12.2016, Az. I ZB 54/16).

Die An­ga­be des Schuld­ners zu […] war zwar (a) nicht un­voll­stän­dig, un­ge­nau oder wi­der­sprüch­lich, aber (b) ver­se­hent­lich un­zu­tref­fend. Das hat der Gläu­bi­ger glaub­haft ge­macht. Der Schuld­ner ist des­halb ver­pflich­tet, die Ver­mö­gens­aus­kunft nach­zu­bes­sern, und der Ge­richts­voll­zie­her, den ent­spre­chen­den An­trag des Gläu­bi­gers aus­zu­füh­ren.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

[…]

Bit­te be­ach­ten Sie die Nut­zungs­be­din­gun­gen.

Er­in­ne­rung ge­gen die ab­ge­lehn­te Nach­bes­se­rung we­gen ver­se­hent­lich un­zu­tref­fen­der An­ga­ben