Rich­tet sich die Ver­jäh­rung ei­ner For­de­rung nach der Ab­ga­ben­ord­nung, wird die Zah­lungs­ver­jäh­rung un­ter an­de­rem durch Voll­stre­ckungs­maß­nah­men un­ter­bro­chen (§ 231 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 AO). Doch wie ver­hält es mit ei­nem Kon­ten­ab­ruf, ei­ner Prü­fung des Ver­mö­gens­ver­zeich­nis­re­gis­ters usw.? Han­delt es sich da­bei eben­falls um Voll­stre­ckungs­maß­nah­men i. S. d. § 231 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 AO und un­ter­bre­chen sie da­her die Zahlungsverjährung?

Maß­nah­men, die Voll­stre­ckungs­hand­lun­gen le­dig­lich vor­be­rei­ten, un­ter­bre­chen die Zah­lungs­ver­jäh­rung nach ein­hel­li­ger Auf­fas­sung je­den­falls nicht nach § 231 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 AO (vgl. z. B. Klü­ger, in: Ko­enig, AO, 4. Auf­la­ge 2021, § 231 Rn. 18). Da­zu ge­hö­ren insbesondere:

  • der au­to­ma­ti­sier­te Kontenabruf,
  • die Ren­ten­aus­kunft,
  • ei­ne An­fra­ge beim Kraftfahrtbundesamt
  • die Ab­fra­ge des Vermögensverzeichnisregisters,
  • die Ein­sicht in das Schuldnerverzeichnis,
  • das blo­ße Auf­su­chen der Woh­nung des Schuld­ners durch den Vollstreckungsaußendienst,
  • das Voll­stre­ckungs­er­su­chen an ei­ne an­de­re Vollstreckungsbehörde,
  • die Zah­lungs­auf­for­de­rung oder
  • die Er­tei­lung ei­nes Voll­stre­ckungs­auf­tra­ges vom In­nen- an den Außendienst.

Un­ter Um­stän­den kommt aber ei­ne Un­ter­bre­chung der Zah­lungs­ver­jäh­rung nach ei­nem an­de­ren Tat­be­stand von Die Vor­be­rei­tung von Voll­stre­ckungs­maß­nah­men und die Un­ter­bre­chung der Zahlungsverjährung

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