Das ge­pfän­de­te Mietkautionskonto

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Der Gläu­bi­ger bzw. die Voll­stre­ckungs­be­hör­de ha­ben beim Schuld­ner ei­ne Kon­to­pfän­dung ver­an­lasst. Das kon­to­füh­ren­de Kre­dit­in­sti­tut weist in der Dritt­schuld­ner­er­klä­rung dar­auf hin, dass der Schuld­ner über ein Spar­kon­to ver­fü­ge, je­doch vor­ran­gi­ge Rech­te Drit­ter be­stün­den, weil es als Miet­kau­ti­ons­kon­to ge­führt wer­de. Au­ßer­dem han­de­le es sich um ein Ge­mein­schafts­kon­to. Was folgt dar­aus für die Pfän­dung des Spar­gut­ha­bens und ei­ner Mietkaution?

Auf ei­nem Miet­kau­ti­ons­kon­to be­fin­det sich Gut­ha­ben, dass der oder die In­ha­ber zu­guns­ten des Ver­mie­ters ver­pfän­det ha­ben. Es han­delt sich da­bei nicht um ein Zah­lungs­kon­to, weil es nicht für die Aus­füh­rung von Zah­lungs­vor­gän­gen ge­nutzt wird (vgl. § 2 Abs. 8 ZKG). Dar­aus folgt, dass es kein Pfän­dungs­schutz­kon­to sein kann (vgl. § 850k Abs. 1 ZPO: “Zah­lungs­kon­to”). Das er­gibt sich in dem obi­gen Sach­ver­halt au­ßer­dem dar­aus, dass es ein Ge­mein­schafts­kon­to ist (§ 850k Abs. 1 ZPO: “ei­ne na­tür­li­che Per­son”). Der Pfän­dungs­schutz nach §§ 899 ff. ZPO greift da­her nicht. Das Gut­ha­ben ist grund­sätz­lich voll pfändbar.

Al­ler­din…

von Martin Benner

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