Die Pfän­dung von An­sprü­chen des Schuld­ners auf Rück­zah­lung von Miet­kau­tio­nen und Be­triebs­kos­ten­vor­aus­zah­lun­gen ge­hört zum Stan­dard­re­per­toire ei­nes Gläu­bi­gers. Doch wel­che An­for­de­run­gen sind da­bei an die Be­stimmt­heit der zu pfän­den­den For­de­rung zu stel­len, d.h. wel­che An­ga­ben muss der Gläu­bi­ger in­so­weit im An­trag auf Er­lass ei­nes Pfän­dungs- und Über­wei­sungs­be­schlus­ses zum An­spruch G ma­chen? Vie­le Voll­stre­ckungs­ge­rich­te ver­lan­gen, dass der Gläu­bi­ger die Woh­nung fest­ge­legt, auf die sich die zu pfän­den­den An­sprü­che be­zie­hen. Aber ist das wirk­lich er­for­der­lich oder soll­te der Gläu­bi­ger nicht so­gar bes­ser auf die An­ga­be der Woh­nung ver­zich­ten bzw. mit dem Zu­satz “ins­be­son­de­re“ ver­se­hen?

Un­strei­tig ist bei der Pfän­dung von

  • So­zi­al­leis­tun­gen die An­ga­be der Kon­to- oder Ver­si­che­rungs­num­mer bei An­spruch B der amt­li­chen For­mu­la­re (Brö­gel­mann, in: Saenger/ Ullrich/Siebert, ZPO, 4. Auf­la­ge 2018, § 829 Rn. 43) und
  • Kon­to­gut­ha­ben die An­ga­be der Kon­to­num­mer bei An­spruch D der amt­li­chen For­mu­la­re (Rie­del, in: Beck­OK ZPO, 36. Edi­ti­on 2020, § 829 Rn. 118.1; Bendt­sen, in: Kind­l/­Mel­ler-Han­nich/­Wolf, Ge­sam­tes Recht der Zwangs­voll­stre­ckung, 3. Auf­la­ge 2015, § 829 Rn. 143; Brö­gel­mann, a. a. O., § 829 Rn. 45; Krätz­schel, in: Beck´sche On­line-For­mu­la­re Erbrecht, 21. Edi­ti­on 2018, 12.4.3 Rn. 4; Koch, in: Schaub, Ar­beits­rechts-Hand­buch, 17. Auf­la­ge 2017, § 85 Rn. 9)

nicht er­for­der­lich. Es ge­nügt viel­mehr, dass die Art des Rechts­ver­hält­nis­ses be­zeich­net ist. Wei­te­re iden­ti­fi­zie­ren­de Merk­ma­le kön­nen ent­fal­len oder mit dem Zu­satz “ins­be­son­de­re“ (vgl. An­spruch D) ver­se­hen wer­den. Wirk­sa­men Pfän­dun­gen steht es da­her nicht ent­ge­gen, wenn die ent­spre­chen­den Fel­der zu den An­sprü­chen B und D in den amt­li­chen For­mu­la­ren nach den An­la­gen 2 und 3 un­aus­ge­füllt blei­ben.

Für die Pfän­dung von Miet­kau­tio­nen und Be­triebs­kos­ten­gut­ha­ben kann nicht an­de­res gel­ten. Un­schäd­lich ist es da­her, wenn die Woh­nung nicht be­zeich­net oder mit dem Zu­satz “ins­be­son­de­re“ ver­se­hen wird.

Die­se Über­le­gun­gen sind von Be­deu­tung, weil die An­ga­be ei­nes iden­ti­fi­zie­ren­den Merk­mals, d.h. ei­ner Kon­to­num­mer, ei­ner Ver­trags­num­mer oder ei­ner Woh­nung usw. zu ei­ner Be­schrän­kung der Pfän­dung auf ein be­stimm­tes Kon­to, ei­nen bestimm­ten Ver­trag oder ei­ne be­stimm­te Woh­nung füh­ren kann (Bit­ter, in: Schimansky/Bun­te/Lwowski, Bank­rechts-Han­d­­buch, 5. Auf­la­ge 2017, § 33 Rn. 19). Das wirkt sich bei der Pfän­dung von Miet­kau­tio­nen und Be­triebs­kos­ten­gut­ha­ben für den Gläu­bi­ger ne­ga­tiv aus, wenn der Schuld­ner bei dem­sel­ben Ver­mie­ter, z.B. der kom­mu­na­len Woh­nungs­ge­sell­schaft, um­zieht oder aus­nahms­wei­se meh­re­re Miet­ver­trä­ge hat.

Bei der Pfän­dung von Miet­kau­tio­nen und Be­triebs­kos­ten­gut­ha­ben soll­te der Gläu­bi­ger da­her ent­we­der die Woh­nung mit an­ge­ben oder mit dem Zu­satz “ins­be­son­de­re“ ver­se­hen.

Bit­te be­ach­ten Sie die Nut­zungs­be­din­gun­gen.

Be­stimmt­heit der zu pfän­den­den For­de­rung bei Miet­ver­trä­gen