For­de­run­gen aus vor­sätz­lich be­gan­ge­nen Hand­lun­gen (§ 850f Abs. 2 ZPO), be­stimm­te Un­ter­halts­for­de­run­gen (§ 850d ZPO) so­wie — je nach Lan­des­recht — u. a. Buß- und Zwangs­gel­der (vgl. z. B. § 55 S. 2 VwVG LSA) sind in der Zwangs­voll­stre­ckung be­vor­rech­tigt, d. h. vor al­lem Ar­beits­ein­kom­men kann mit ei­nem her­ab­ge­setz­ten pfand­frei­en Be­trag ge­pfän­det wer­den. Er setzt sich in der Re­gel zu­sam­men aus dem Re­gel­be­darf nach der An­la­ge zu § 28 SGB XII, den Kos­ten der Un­ter­kunft und Hei­zung so­wie ei­nem Bes­ser­stel­lungs­zu­schlag für die Er­werbs­tä­tig­keit. Nun kommt es häu­fig vor, dass der Schuld­ner mit sei­ner Ehe­frau zu­sam­men­lebt, die ih­rer­seits über ein ei­ge­nes Ein­kom­men ver­fügt und das ei­ge­ne Ar­beits­ein­kom­men des Schuld­ners hin­ter die­sem Be­trag zu­rück­bleibt. In die­sem Fall stel­len sich zwei Fragen:

  1. Wel­che Kos­ten der Un­ter­kunft und Hei­zung sind an­zu­set­zen? Für ei­ne oder für zwei Per­so­nen? Falls es nur ei­ne Per­son ist, wer­den die an­ge­mes­se­nen oder die be­kann­ten tat­säch­li­chen Ge­samt­kos­ten dann nach Köp­fen oder dem Ver­hält­nis der Ein­kom­men aufgeteilt?
  2. Wel­che Rol­le spielt das ei­ge­ne Ein­kom­men des Ehe­gat­ten? Re­du­ziert sich da­durch der ei­ge­ne not­wen­di­ge Un­ter­halt des Schuldners?

Die­se Fra­gen las­sen sich wie folgt klären:

1. Kos­ten der Un­ter­kunft und Heizung

Für den ei­ge­nen not­wen­di­gen Un­ter­halt des Schuld­ners sind le­dig­lich die auf ihn ent­fal­len­den Un­ter­kunfts­kos­ten maß­geb­lich. Da­für ist nach BGH, Be­schluss vom 05.07.2018, Az. VII ZB 40/17, ei­ne fik­ti­ve Al­lein­ste­hend­be­rech­nung durch­zu­füh­ren, für die auf die an­ge­mes­se­nen Kos­ten nach § 22 SGB II, § 35 SGB XII zu­rück­ge­grif­fen wer­den kann (LG Leip­zig, Be­schluss vom 11.02.2019, Az. Be­rech­nungs­bei­spiel zur Voll­stre­ckung pri­vi­le­gier­ter For­de­run­gen ge­gen ver­hei­ra­te­te Schuldner