Bei ei­ner pri­vat-recht­li­chen For­de­rung führt der Ge­richts­voll­zie­her, das Voll­stre­ckungs­ge­richt oder das Grund­buch­amt ei­ne Voll­stre­ckungs­maß­nah­me be­kannt­lich nur aus, wenn die voll­streck­ba­re Aus­fer­ti­gung des Ti­tels vor­ge­legt wird. Dem Gläu­bi­ger wird grund­sätz­lich le­dig­lich ei­ne voll­streck­ba­re Aus­fer­ti­gung er­teilt. Da­mit soll ei­ne un­zu­läs­si­ge Dop­pel­voll­stre­ckung ver­hin­dert wer­den. In ver­schie­de­nen Si­tua­tio­nen be­nö­tigt der Gläu­bi­ger aber ei­ne wei­te­re (2.) voll­streck­ba­re Aus­fer­ti­gung des Ti­tels. Die Haupt­grün­de sind:

  • Die (ers­te) voll­streck­ba­re Aus­fer­ti­gung ist ver­lo­ren gegangen. 
  • Der Gläu­bi­ger will zu­läs­si­ger­wei­se par­al­lel voll­stre­cken, z. B. gleich­zei­tig die Ein­tra­gung ei­ner Zwangs­si­che­rungs­hy­po­thek beim Grund­buch­amt und den Er­lass ei­nes Pfän­dungs- und Über­wei­sungs­be­schlus­ses beim Voll­stre­ckungs­ge­richt be­an­tra­gen. (In die­sem Fall ist ei­ne wei­te­re voll­streck­ba­re Aus­fer­ti­gung er­for­der­lich, weil je­des Voll­stre­ckungs­or­gan sie bis zum Ab­schluss des Ver­fah­rens benötigt.)

Die wei­te­re voll­streck­ba­re Aus­fer­ti­gung ist bei dem ti­tel­schaf­fen­den Or­gan zu be­an­tra­gen, d. h. beispielsweise 

  • für ei­nen Voll­stre­ckungs­be­scheid bei dem dort ge­nann­ten Mahn­ge­richt und
  • für ei­ne no­ta­ri­el­le Ur­kun­de bei dem be­ur­kun­den­den No­tar (§ 797 Abs. 3 S. 2 ZPO).

Ei­ne Be­son­der­heit gilt bei ei­ner Un­ter­halts­ur­kun­de des Ju­gend­am­tes. Sie darf von dem Ur­kund­s­be­am­ten erst nach ei­ner ent­spre­chen­den Ent­schei­dung des Amts­ge­richts er­teilt wer­den (§ 60 S. 3 Nr. 2 SGB VIII). Der An­trag ist den­noch beim be­ur­kun­den­den Ju­gend­amt zu stel­len, das sei­ner­seits die Ent­schei­dung des Amts­ge­richts einholt.

Ein An­trag nach § 733 ZPO könn­te wie folgt lauten:

Amts­ge­richt …
Zen­tra­les Mahn­ge­richt

Ge­richt­li­ches Mahn­ver­fah­ren […] ./. […], Az. …

Sehr ge­ehr­te Da­men und Herren,

in der oben ge­nann­ten Sa­che be­tra­ge ich [na­mens und in Voll­macht des Antragstellers],

dem An­trag­stel­ler nach § 733 ZPO ei­ne wei­te­re voll­streck­ba­re Aus­fer­ti­gung des

Voll­stre­ckungs­be­scheids vom […] zu erteilen.

Be­grün­dung:

[Al­ter­na­ti­ve 1] Die ers­te voll­streck­ba­re Aus­fer­ti­gung des oben ge­nann­ten Voll­stre­ckungs­be­scheids wur­de am mit ein­fa­cher Post an Herrn Ge­richts­voll­zie­her […] ver­sandt. Der Ge­richts­voll­zie­her hat auf Nach­fra­ge vom […] mit­ge­teilt, dass sie dort nicht an­ge­kom­men ist.

Be­weis: Ko­pie des Schrei­bens des GV […] vom […] [Al­ter­na­ti­ve 1]

[Al­ter­na­ti­ve 2] Der Schuld­ner ist Ei­gen­tü­mer ei­nes Grund­stücks und be­zieht Ar­beits­ein­kom­men.

An­trag auf wei­te­re voll­streck­ba­re Ausfertigung