Rück­griff nach dem UVG und Zuflussprinzip?

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Kürz­lich kam ei­ne in­ter­es­san­te Fra­ge zur Ver­rech­nung von Zah­lun­gen beim Rück­griff nach § 7 UVG in Fäl­len mit lau­fen­der Leis­tungs­ge­wäh­rung auf, bei de­nen nicht nur Un­ter­halts­rück­stän­de, son­dern auch lau­fen­der Un­ter­halt bei­ge­trie­ben wird. Da­zu fol­gen­des Bei­spiel: Dem Kind K wer­den Leis­tun­gen nach dem UVG von 236 € mo­nat­lich ge­währt. Der Rück­griff er­folgt ge­gen den Kin­des­va­ter V we­gen ei­nes Un­ter­halts­rück­stands von 2.360,00 € und dem lau­fen­den Un­ter­halt in der Leis­tungs­hö­he. Rück­stand und lau­fen­der Un­ter­halt sind in ei­nem strei­tig er­gan­ge­nen Be­schluss des Fa­mi­li­en­ge­richts ver­zins­lich ti­tu­liert. Aus ei­ner Lohn­pfän­dung, die so­wohl für die Haupt­for­de­rung als auch die Zin­sen nach § 850d ZPO be­vor­rech­tigt er­folgt ist, geht im No­vem­ber 2022 bei der UV-Stel­le ei­ne Zah­lung von 100 € ein. Ist die­se Zah­lung we­gen § 367 BGB zu­nächst mit den rück­stän­di­gen Zin­sen und nur ein et­wai­ger Rest mit der Haupt­for­de­rung zu ver­rech­nen? Oder folgt aus dem Zu­fluss­prin­zip des § 2 Abs. 3 UVG et­was an­de­res, näm­lich dass die Zah­lung zu­nächst mit dem Un­ter­halt des lau­fen­den Mo­nats No­vem­ber zu ver­rech­nen ist und nur ein Rest, den es hier we­gen der nied­ri­gen Zah­lung nicht gibt, auf die Zin­sen und an­schlie­ßend die Un­ter­halts­rück­stän­de ent­fal­len wür­de? Und was gilt, wenn der V al­ter­na­tiv ab No­vem­ber 100 € mo­nat­lich selbst an die UV-Stel­le zahlt?

Die Ant­wort er­gibt sich aus ei­ner nä­he­ren Be­trach­tung des Zu­fluss­prin­zips. Da­für lohnt sich ein Blick in § 2 Abs. 3 UVG, der das Zu­fluss­prin­zip im UVG regelt:

Auf die sich nach den Ab­sät­zen 1 und 2 er­ge­ben­de Un­ter­halts­leis­tung wer­den fol­gen­de in dem­sel­ben Mo­nat er­ziel­te Ein­künf­te des Be­rech­tig­ten angerechnet:

1. Un­ter­halts­zah­lun­gen des El­tern­teils, bei dem der Be­rech­tig­te nicht lebt,

2. Wai­sen­be­zü­ge ein­schließ­lich ent­spre­chen­der Scha­den­er­satz­leis­tun­gen, die we­gen des To­des des in Num­mer 1 be­zeich­ne­ten El­tern­teils oder ei­nes Stief­eltern­teils ge­zahlt werden.

Das Zu­fluss­prin­zip gilt da­nach nur für “Ein­künf­te des Be­rech­tig­ten”. Da­mit ist der Be­rech­tig­te nach § 1 UVG ge­meint, d. h. das Kind. Nimmt al­so K im No­vem­ber ei­ne Un­ter­halts­zah­lung von 100 € ein, führt das im obi­gen Bei­spiel zu ei­ner Re­du­zie­rung der UV-Leis­tung für No­vem­ber auf 136 €. Den be­reits zu viel ge­währ­ten Be­trag muss K zu­rück­zah­len (§ 5 Abs. 2 UVG). Zu der…

von Martin Benner

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