Heu­te er­schien in der Leip­zi­ger Volks­zei­tung un­ter dem Ti­tel “Leip­zig bleibt auf Mil­lio­nen für Un­ter­halts­vor­schuss sit­zen” ein Ar­ti­kel [letz­ter Auf­ruf: 18.11.2019], der An­lass gibt, kurz auf die so­ge­nann­te Rück­griffs­quo­te beim Un­ter­halts­vor­schuss ein­zu­ge­hen. Vor al­lem drängt sich die Fra­ge auf, ob die Stadt Leip­zig tat­säch­lich nur ei­ne Rück­griffs­quo­te von 1,5% er­zielt ha­ben kann?

Po­li­tik, Pres­se, Fach­öf­fent­lich­keit und Bür­ger in­ter­es­sie­ren sich zu Recht da­für, wie gut der Rück­griff nach § 7 UVG ge­lingt. Um das (ver­meint­lich) zu be­ur­tei­len, wird seit je­her die so­ge­nann­te Rück­griffs­quo­te her­an­ge­zo­gen. Sie wird aus dem Ver­hält­nis der Leis­tungs­aus­ga­ben nach § 8 Abs. 1 UVG zu den Ein­nah­men nach § 8 Abs. 2 UVG ge­bil­det, die im sel­ben Zeit­raum durch den Rück­griff bei dem bar­un­ter­halts­pflich­ti­gen El­tern­teil nach § 7 UVG wie­der ein­ge­zo­gen wur­den (BT-Drs. 18/7700, S. 3; Ben­ner NZ­Fam 2018, 625). Für 2018 hat­te die Stadt Leip­zig ge­gen­über der Pres­se ge­schätzt, dass sie bei ei­ner Quo­te von rd. 6% lie­gen wer­de.

Von den Rück­griffs­ein­nah­men nach § 7 UVG sind die Ein­nah­men aus Er­stat­tun­gen und Rück­zah­lun­gen nach § 5 UVG zu un­ter­schei­den. Sie lie­gen deut­lich un­ter den Ein­nah­men nach § 7 UVG und be­tref­fen Fäl­le, in de­nen der al­lein­er­zie­hen­de El­tern­teil oder das Kind UVG-Leis­tun­gen er­stat­ten bzw. zu­rück­zah­len müs­sen, weil bei­spiels­wei­se im An­trag fal­sche An­ga­ben ge­macht, ver­än­der­te Ver­hält­nis­se nicht an­ge­zeigt oder nicht be­rück­sich­tig­te Ein­nah­me er­zielt wer­den. Wer­den die­se Ein­nah­men mit den Aus­ga­ben ins Ver­hält­nis ge­setzt, er­gibt sich ei­ne weit­aus ge­rin­ge­re Quo­te, bei der es sich al­ler­dings nicht um die so­ge­nann­te Rück­griffs­quo­te han­delt. Der LVZ dürf­te das (lei­der) nicht be­kannt ge­we­sen sein. An­ders ist die dort ver­öf­fent­lich­te Zahl von 1,5% in der Stadt Leip­zig nicht zu er­klä­ren.

Un­ab­hän­gig da­von eig­net sich die Rück­griffs­quo­te oh­ne­hin nicht für über­re­gio­na­le Ver­glei­che, weil sie so­zi­al­räum­li­che Da­ten voll­stän­dig aus­blen­det. So hat­te z. B. die Stadt Leip­zig un­ter al­len Säch­si­schen Kreis­frei­en Städ­ten und Land­krei­sen zwi­schen 2012 und 2017 im­mer die höchs­ten Min­dest­si­che­rungs­quo­ten, d. h. Be­völ­ke­rungs­an­tei­le, die Leis­tun­gen nach dem SGB II und SGB XII be­zie­hen. Ver­glei­che mit Bay­ern und Ba­den-Würt­tem­berg, die al­lein auf der Rück­griffs­quo­te be­ru­hen, schei­den des­halb von vorn­her­ein aus.

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Zur Rück­griffs­quo­te beim Un­ter­halts­vor­schuss