Er­hö­hung des lau­fen­den Un­ter­halts nach Pfändung

E

Der Bei­stand hat für das Kind ei­nen Ti­tel über den rück­stän­di­gen so­wie lau­fen­den Un­ter­halt er­wirkt und da­mit das Ar­beits­ein­kom­men des Schuld­ners ge­pfän­det. Ei­ni­ge Zeit spä­ter wird ein hö­he­rer Un­ter­halt ti­tu­liert, weil sich die Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se des Schuld­ners ver­bes­sert ha­ben. Was be­deu­tet das für die Lohnpfändung?

Der er­las­se­ne und zu­ge­stell­te Pfän­dungs- und Über­wei­sungs­be­schluss passt sich zu­nächst nicht au­to­ma­tisch an den nun­mehr ti­tu­lier­ten Un­ter­halt an. Dar­an än­dert auch die Be­zug­nah­me auf den ge­än­der­ten Ti­tel im Pfän­dungs- und Über­wei­sungs­be­schluss nichts.

Recht­lich kom­men zwei Mög­lich­kei­ten in Betracht: 

  • Der Bei­stand er­wirkt ei­nen wei­te­ren Pfän­dungs- und Über­wei­sungs­be­schluss für den Dif­fe­renz­be­trag zwi­schen dem al­ten und dem neu­en ti­tu­lier­ten Un­ter­halt oder
  • er be­an­tragt ei­ne Än­de­rung des be­reits er­las­se­nen Pfän­dungs- und Über­wei­sungs­be­schlus­ses und lässt ihn er­neut an den Dritt­schuld­ner zustellen.

Zu emp­feh­len ist dem Bei­stand die erst­ge­nann­te Va­ri­an­te, weil zeit­rau­ben­de Dis­kus­sio­nen mit dem Voll­stre­ckungs­ge­richt bei der zweit­ge­nann­ten Va­ri­an­te wahr­schein­li­cher sind..

Wie kann ein ent­spre­chen­der An­trag ge­stal­tet wer­den? An­ge­nom­men, der Un­ter­halt hat sich ab 01.01.2022 von 100% des Min­dest­un­ter­halts auf 120% für ein 1. Kind in der 1. Al­ters­stu­fe er­höht, d. …

von Martin Benner

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