Er­gibt sich in der Ver­wal­tungs­voll­stre­ckung erst nach dem Er­lass ei­nes Pfän­dungs- und Ein­zie­hungs­ver­fü­gung, dass ein Un­ter­halts­be­rech­tig­ter des Schuld­ners über ei­ge­ne Ein­künf­te ver­fügt, be­darf es ei­nes se­pa­ra­ten Be­scheids über die Nicht­be­rück­sich­ti­gung nach § 850c Abs. 4 ZPO. Da­bei ist un­ter an­de­rem zu be­ach­ten, dass es sich um ei­ne Er­mes­sens­ent­schei­dung han­delt. In An­leh­nung an LG Hil­des­heim, Be­schluss vom 18.10.2018, Az. 5 T 97/18, könn­te der Be­scheid wie folgt aussehen:

1. Es wird an­ge­ord­net, dass die Ehe­frau des Schuld­ners, Frau Ni­na Not­la­ge, bei der Be­rech­nung des un­pfänd­ba­ren Teils des Ar­beits­ein­kom­mens nicht als Un­ter­halts­be­rech­tig­te zu be­rück­sich­ti­gen ist.
2. Die­ser Be­scheid er­geht verwaltungskostenfrei.

Be­grün­dung

Die Voll­stre­ckungs­be­hör­de kann nach bil­li­gem Er­mes­sen an­ord­nen, dass ei­ne nach dem Ge­setz un­ter­halts­be­rech­tig­te Per­son, die ei­ge­ne Ein­künf­te hat, bei der Be­rech­nung des un­pfänd­ba­ren Teils des Ar­beits­ein­kom­mens ganz oder teil­wei­se un­be­rück­sich­tigt bleibt (§ 15 Abs. 1 Nr. 2 SächsVwVG i. V. m. § 319 AO i. V. m. § 850c Abs. 4 ZPO).

Die Ehe­frau des Schuld­ners be­zieht nach dem Ver­mö­gens­ver­zeich­nis des Schuld­ners vom 14.09.2020 ein ei­ge­nes Ar­beits­ein­kom­men von 1.500,00 € netto.

Bei­spiel für ei­nen se­pa­ra­ten Be­scheid zur Nicht­be­rück­sich­ti­gung von Un­ter­halts­be­rech­tig­ten we­gen ei­ge­ner Einkünfte