Bei dem Ver­such, ei­nen Haft­be­fehl zu voll­zie­hen, trifft der Ge­richts­voll­zie­her den Schuld­ner häu­fig nicht an. Ei­ne Mög­lich­keit be­steht für den Gläu­bi­ger dann dar­in, die Woh­nung des Schuld­ner zwangs­wei­se öff­nen zu las­sen. Das ist (für nicht be­frei­te) Gläu­bi­ger je­doch zum ei­nen mit Kos­ten ver­bun­den. Zum an­de­ren geht zu­min­dest ein Teil der Recht­spre­chung da­von aus, dass An­halts­punk­te für ei­ne An­we­sen­heit des Schuld­ner vor­lie­gen müs­sen (z. B. LG Leip­zig, Be­schluss vom 18.12.2018, Az. 4 T 795/18). Sinn­vol­ler kann es da­her sein, den Ge­richts­voll­zie­her zu­nächst mit ei­ner Ver­haf­tung zur Un­zeit zu be­auf­tra­gen, d. h. zur Nacht­zeit (21:00 Uhr bis 06:00 Uhr) oder an Sonn- und Fei­er­ta­gen), vgl. § 758a Abs. 4 ZPO. Das ist je­doch nur auf­grund ei­ner rich­ter­li­chen An­ord­nung mög­lich. Ein ent­spre­chen­der An­trag an das zu­stän­di­ge Amts­ge­richt könn­te wie folgt for­mu­liert wer­den:

… be­an­tra­ge ich nach § 758a Abs. 4 ZPO

an­zu­ord­nen, dass der Haft­be­fehl des Amts­ge­richts … vom .., Az. …, zur Nacht­zeit so­wie an Sonn- und Fei­er­ta­gen zu voll­stre­cken ist.

Be­grün­dung

Das Amts­ge­richt … hat am … un­ter dem Az. … ei­nen Haft­be­fehl nach § 802g ZPO ge­gen den Schuld­ner er­las­sen.

Der Ge­richts­voll­zie­her hat er­folg­los ver­sucht, den Haft­be­fehl an ver­schie­de­nen Werk­ta­gen und zu ver­schie­de­nen Ta­ges­zei­ten zu voll­stre­cken.

Be­weis: Schrei­ben des Ge­richts­voll­zie­hers … vom …, DRII

Da­her ist der Haft­be­fehl zur Un­zeit zu voll­zie­hen. An­halts­punk­te da­für, dass dies für den Schuld­ner oder Drit­te ei­ne un­bil­li­ge Här­te dar­stel­len könn­te, sind nicht er­sicht­lich. Die bis­he­ri­gen Voll­stre­ckungs­be­mü­hun­gen des Gläu­bi­gers sind frucht­los ver­lau­fen, so dass er ei­nen voll­stän­di­gen Über­blick über die Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se des Schuld­ners be­nö­tigt, um ei­ne voll­stän­di­ge Be­frie­di­gung zu er­lan­gen. Der zu er­war­ten­de Er­folg ei­ner ab­ge­ge­be­nen Ver­mö­gens­aus­kunft steht des­halb zu dem Ein­griff nicht in ei­nem Miss­ver­hält­nis.

Bit­te be­ach­ten Sie die Nut­zungs­be­din­gun­gen.

An­trag auf “Nacht­be­schluss” zur Ver­haf­tung